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Julia Sorina

Charlie Chaplins Glückskarte

Selbst in einem Schmelztiegel wie San Francisco, in dem nicht einmal jeder zweite Einwohner von sich zu behaupten wagt, hier geboren zu sein, fällt ein Neuankömmling sofort auf. Der junge Mann im gediegenen, aber nicht teuren Anzug schreitet ohne Hast zur Market Street und guckt sich neugierig und ein wenig traurig nach allen Seiten um. Mit einemmal wird seine Aufmerksamkeit auf eine Werbung an einem heruntergelassenen Fensterladen eines kleinen Geschäfts gelenkt: »Schicksalsvorhersagen mittels Karten und Handlesen für einen Dollar«. Unschlüssig steht er auf der Schwelle – und öffnet schließlich schmunzelnd die Tür.

Eine füllige Frau um die vierzig, die im Gehen etwas zu Ende kaut, winkt ihn wortlos zu einem kleinen Tisch am Fenster und holt ein Kartenspiel hervor. »Mischen Sie die Karten, heben Sie dreimal ab, und legen Sie dann ihre Hände mit den Handflächen nach oben auf den Tisch.« Die Wahrsagerin breitet die Karten aus, schaut sich aufmerksam ihre Konstellation sowie die Hände des jungen Mannes an – und beginnt: »Also, es war …«

Pik As und Pik Sieben: Krankheit eines Verwandten

 

Pik AssPik 7

 

Der junge Mann lächelte. Auch ohne die Auslegung der Karten wußte er, was damit gemeint war. Er war im April 1889 in London zur Welt gekommen. Seine Mutter Hannah war unter ihrem Künstlernamen Lily Harley eine beliebte Varieté-Tänzerin, sein Vater Charlie Chaplin Schauspieler, Sänger und Musiker. Der große Charlie, der gerne tief ins Glas schaute, hatte die Familie gleich nach der Geburt des kleinen Charlie verlassen, aber Hannah verfügte über genügend Geld, um ihre Kinder – sie hatte noch einen Sohn aus erster Ehe, Sydney – in Anstand und Würde großzuziehen.

Charlie erinnerte sich noch sehr gut an den Tag, als ihr bisheriges Leben in Wohlstand wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel. Er war fünf Jahre alt und stand wie immer auf der Seitenbühne, um den Auftritt seiner Mutter zu beobachten. Plötzlich brach ihre Stimme mitten im Halbsatz ab. Charlie verstand nicht, was los war. Im Saal wurde geschrieen, jemand pfiff, ein anderer stimmte ein Lied im Falsett an, der nächste miaute. Lily stand bestürzt im Scheinwerferlicht, bis sie schließlich in ihre Garderobe flüchtete. Der Direktor nahm Charlie an die Hand, zerrte ihn auf die Bühne, stellte ihn vor und ließ ihn dort allein.

Ohne Verlegenheit fing Charlie an, das beliebte Lied  Jackie Johns  zu singen. Das Orchester brauchte einige Zeit, bis es sich auf den Jungen eingestellt hatte, aber die Zuschauer fanden das nur amüsant und warfen Geldmünzen auf die Bühne. Charlie unterbrach seinen Auftritt und erklärte, er werde zuerst das Geld einsammeln und dann weitersingen. Alles lachte. Der Direktor eilte auf die Bühne, um ihm behilflich zu sein. Charlie bekam Angst um sein Geld – womöglich wollte es sich dieser Mensch einverleiben! – und sammelte die Münzen noch schneller ein. Dieser Auftritt war der erste von Charlie Chap­lin und der letzte von Lily Harley – sie hatte ihre Stimme verloren.

 

Charlie Chaplin; PHOTO: ALEXANDER BATYRU; DARSTELLER: MICHAIL KESCHISCHJAN; MASKE: ANNA BUTUSSOWA

Photos: Alexander Batyru; Darsteller: Michael Kschischjan; Maske: Anna Butussowa

 


Von der Bühne ins Armenhaus und wieder zurück

Bald reichte das Geld nicht einmal mehr für eine Unterkunft in einem Elendsquartier, und so landeten sie im Armenhaus. Das war schmählich, aber den drei Chaplins sollten noch weitaus größere Prüfungen bevorstehen. Zunächst einmal wurde die kleine Familie auseinandergerissen: Die Mutter kam in die Frauenabteilung, Sydney in die für die älteren Kinder und Charlie in die Kinderabteilung. Nachdem sich die beiden Jungen bereits an den harten Alltag im Armenhaus gewöhnt hatten, brach neuerliches Unglück über sie herein: Da sich Hannah nicht mit ihrem Elend und der Trennung von den Kindern abfinden konnte und daran buchstäblich verzweifelte, wurde sie kurzerhand in eine Klinik für Geisteskranke eingewiesen. Ihre beiden Söhne kamen zu ihrem Vater, dessen Trunksucht inzwischen weiter fortgeschritten war. Der war gar nicht erfreut, nun zusätzlich zwei Mäuler stopfen zu müssen, und ließ seine Wut über diesen »Zustand« mehr als einmal an den beiden aus. Die oftmals unerträglichen Launen seines Vaters – Charlie Chaplin sen. starb an den Folgen seines Alkoholmissbrauchs einunddreißigjährig – waren übrigens der Grund dafür, warum Charlie Chaplin jun. zeit seines Lebens Alkohol verabscheute.

Zum Glück hielt Hannahs Zustand nur ein knappes Dreivierteljahr an, und die Mutter konnte ihre beiden Söhne schon bald nach ihrer Entlassung aus der Klinik wieder zu sich nehmen. Hannah nähte Blusen, Sydney trug Telegramme aus, versuchte sich als Schauspieler und bekam später ein Engagement als Trompeter auf einem Passagierschiff, während Charlie die Schulbank drückte, jedoch ohne Erfolg – er brach die Schule ab und fing ebenfalls damit an, sich mit Gelegenheitsarbeiten ein wenig Geld zu verdienen.

Als Sydney auf See war, erkrankte Hannah erneut, wenn auch nur für kurze Zeit. Das Geld war schon lange aufgebraucht, und Charlie und seine Mutter saßen wochenlang nicht nur ohne Brot, sondern auch ohne Tee da. Manchmal konnte Charlie bei Bekannten zum Mittagessen oder zum Abendbrot bleiben. Hannah hungerte indes, was ihrer Gesundheit nicht gerade zuträglich war.

Der Junge wollte weder ins Armenhaus zurück noch in ein Waisenheim. Ziellos streifte er durch London und fühlte sich mitunter wie eine blinde Ratte, die nur darauf wartet, erschlagen zu werden. Er stand kurz davor, völlig zu verzweifeln, als mit einemmal wieder ein Hoffnungsschimmer auftauchte: Sydney war von der See zurückgekehrt. Der große Bruder brachte nicht nur Geld mit, von dem sie eine ordentliche Wohnung mieten und leidlich leben konnten, sondern auch eine Idee: Charlie sollte Schauspieler werden. Von diesem Moment an wußte Charlie: Egal, was er tat, ob Zeitungen verkaufen, Spielzeug leimen, in einer Druckerei oder in einer Glasbläserei arbeiten – alles war nur vorübergehend, denn früher oder später würde er auf der Bühne stehen.

Farbe Pik: Erfolg und Hoffnung

 

Pik 7

 

Der junge Chaplin beschränkte sich keineswegs nur aufs Träumen. Regelmäßig stattete er allen Theateragenturen einen Besuch ab und erkundigte sich, ob sie nicht eine Rolle für einen Jungen hätten. Endlich hatte er Glück: Man bot ihm die Rolle des Laufburschen »Billy« in dem Stück Sherlock Holmes  an – und er war überglücklich, jetzt Teil der Theaterwelt zu sein.

Sydney las seinem kleinen Bruder die erste Rolle vor, damit der Zwölfjährige, dem flüssiges Lesen äußerst schwerfiel und der sich nur mit Mühe von Silbe zu Silbe hangelte, sie nach Gehör auswendig lernen konnte. Charlie ging zusammen mit der Truppe von Fred Karno, einem Impresario für Slapstickstücke, in England auf Tournee, und es dauerte nicht lange, bis der Name des jungen Komödianten Charlie Chaplin in Rezensionen namhafter Theaterkritiker immer häufiger lobende Erwähnung fand. Jeder seiner Auftritte war von Lachsalven und Applaus begleitet. Aber das wohl höchste Zeichen der Anerkennung seines schauspielerischen Talents war nicht die Begeisterung des Publikums, sondern der aufkommende Neid seiner Kollegen.

In der proben- und vorstellungsfreien Zeit schlenderte Charlie durch die Straßen der Städte und Siedlungen, in denen die Truppe gastierte. Oft hatte er Sehnsucht nach seiner Mutter und nach Sydney, dem er nur sehr selten schreiben konnte, da er ebenso schlecht schrieb wie er las.

Herz Neun: Liebeserklärung

 

Herz 9

 

Mit 19 konnte Charlie schon als relativ populärer Schauspieler gelten, doch trotz des Ruhms und der Verehrung seiner Fans fühlte er sich einsam. Außerdem war ihm die Gesellschaft fremder Leute eine Last. Genau der richtige Zeitpunkt, um sich zu verlieben. Und er verliebte sich …

Der junge Komödiant lud die Tänzerin zu einem Rendezvous ein. Sie hatten sich zufällig während eines Auftritts auf der Hinterbühne kennengelernt – Hetty Kelly tanzte im Ensemble ›Yankee Doodles Girls‹. Während Charlie am vereinbarten Ort auf sie wartete, zog er vor allen vorbeigehenden Mädchen seinen Hut – aus Angst, seine Auserwählte, die wohl kaum ihre allabendliche Schminke spazierenführte, nicht wiederzuerkennen. Sobald ein Dummchen auftauchte, brach Verzweiflung über ihn herein. Aber wie sich herausstellte, war Hettys Anmut nicht auf das Auflegen von irgendwelchen Sälbchen und Püderchen zurückzuführen. Charlie blieb die Sprache weg. Unschlüssig hantierte er mit seinem schwarzen Spazierstock und wußte nicht, was er tun sollte. Hatte er nicht Hetty mit seiner Gediegenheit und seinem besonderen Chic beeindrucken wollen? Natürlich! In einem schwarzen Taxi fuhren sie zu einem teuren Restaurant. Das Essen wurde zu einer schweren Prüfung für Charlie: Hetty wahrte eine unerschütterliche Gelassenheit, und er rätselte, welche Gabel für welches Gericht bestimmt war. Er versuchte, brillant zu scherzen … Hetty lächelte höflich. Nachdem Charlie sie schließlich nach Hause gebracht hatte, verabredeten sie sich erneut.

Alles auf eine Karte gesetzt

Natürlich war Hetty von seiner Aufmerksamkeit geschmeichelt, aber sie verriet ihre Gefühle mit keinem Blick. Charlie dagegen wollte alles auf einmal. Beim fünften Treffen warf er sich ihr in bester dramatischer Manier zu Füßen und machte ihr einen Heiratsantrag. »Aber ich bin doch erst fünfzehn!« Dieser Satz wirkte wie eine kalte Dusche auf ihn. »Mit anderen Worten, Sie lieben mich nicht«, sagte Charlie. »Ich weiß es nicht«, antwortete sie. Charlie lebte in einer Welt voller Beziehungen, die sich Dramatiker ausgedacht hatten; am Ende wurde das Pünktchen auf das ›i‹ gesetzt, das heißt spätestens zwei Stunden nach Stückbeginn. Mit aller Kraft versuchte er zu ergründen, was sich hinter dem: »Ich weiß es nicht« verbergen mochte, und nahm das Schlimmste an: »Wenn Sie es nicht wissen, heißt das, Sie lieben mich nicht. Wir müssen uns trennen.« Hetty schaute ihn finster an: »Leben Sie wohl. Es tut mir sehr leid.«

Nach der Trennung verbrachte Chaplin fast täglich viele Stunden vor Hettys Haus und beobachtete von weitem, wie sie zu den Proben eilte oder in die Schule ging. Auch viele Jahre später, als Chaplin schon in Amerika lebte, reich und berühmt war, konnte er sich nicht entschließen, an der Tür jenes Hauses in der New Yorker Fifth Avenue zu klingeln, in dem Hetty bei ihrer Schwester zu Besuch war. Den ganzen Abend stand er am Hauseingang und schaute auf die erleuchteten Fenster.

Karo Sechs: Ein fröhlicher Weg

 

Karo 6

 

Knapp ein Jahr nach der erfolglosen Liebeserklärung an Hetty fuhr die Truppe von Fred Karno 1909 nach Paris. Chaplin interessierte sich schon lange für Frankreich, denn der Familienlegende zufolge galt ein französischer General als Begründer des englischen Zweigs seiner Familie.

Paris war genau so, wie Charlie es sich vorgestellt hatte: Verführerische Lichter in den Fenstern der Cafés und Restaurants, in denen das Pariser Leben stattfand. Das Theater beeindruckte ihn durch Gold, Plüsch und Spiegel, die Halbweltdamen durch Grazie und Charme. Nachdem Chaplin allerdings erfahren hatte, was es kostete, seine Zeit mit einer solchen Kameliendame zu verbringen, nahm er noch vor dem ersten Rendezvous, zu dem er sich verabredet hatte, behende Reißaus.

Auf Karnos Truppe wartete als nächstes Ziel Amerika. Charlie war voller Ungeduld, denn er verstand sehr wohl, daß er auf der englischen Bühne bereits alles erreicht hatte, wovon andere nur zu träumen wagten. Wenn ihn hier plötzlich der Erfolg verlassen sollte, blieb ihm nur noch eine Anstellung als Diener. Amerika hingegen würde ihm neue Horizonte eröffnen.

Nach dem angenehmen Savoir-vivre in Paris wirkte die geschäftige Hektik von New York eher ungemütlich. Aber über dem Hudson schwebte ein begeisternder Geist von Risikobereitschaft – genau der richtige Ort, um grandiose Ideen in die Tat umzusetzen. Die Wolkenkratzer und die leuchtenden Reklamen gaben Charlie das Gefühl, vor ungewöhnlichen Abenteuern zu stehen. »Hier«, sagte er sich, »hier ist mein Platz!« Die Vorstellungen der Theatertruppe waren allerdings nicht sehr erfolgreich. Anscheinend konnten die Amerikaner mit dem englischen Humor nur wenig anfangen … indes: Die Presse hob den Schauspieler Chaplin lobend hervor.

Das Gastspiel war im Frühjahr 1912 zu Ende. Die Schauspieler sollten morgens an Bord des Schiffes gehen und San Francisco verlassen, die letzte Station ihrer Tournee – und in der Nacht zuvor fand sich Charlie besagter rundlicher Dame gegenüber. »Sie verlassen jetzt die Staaten, aber bald werden Sie hierher zurückkehren und sich mit neuen, anderen Dingen beschäftigen. Sie werden große Erfolge haben und eine glänzende Karriere machen.« Nochmals betrachtete sie aufmerksam seine Handflächen: »Sie werden großen Reichtum anhäufen – solche Hände verstehen es, Geld zu machen.«

Kreuz Bube: Erfolg in geschäftlichen Dingen

 

Kreuz Bube

 

Charlie Chaplin blieb nur kurze Zeit in England. Karno hatte noch 1912 einen neuen Vertrag mit den Amerikanern unterzeichnet. Dieses Mal war New York freundlicher gestimmt, und auch in den anderen Städten wurde die Truppe besser aufgenommen als während ihrer ersten Tournee. Charlie beschloß, in Amerika zu bleiben, und legte Geld zum Kauf einer Schweinefarm beiseite. Aber diese Pläne sollten Luftschlösser bleiben … Bald hielt Charlie ein Telegramm aus New York in den Händen: »gibt es in ihrer truppe einen schauspieler namens chaffin oder so ähnlich +++ falls ja, soll er sich mit der firma kessel und baumann in verbindung setzen«.

Kessel und Baumann waren amerikanische Filmproduzenten, die im Auftrag des Regisseurs Mack Sennett agierten. Bereits während der ersten Tournee der Karno-Truppe war Sennett zufällig in einer ihrer Vorstellungen gewesen; Chaplin spielte damals einen Säufer. »Diesem Kerl biete ich einen Vertrag an, falls ich jemals Erfolg haben sollte«, so Sennett, inzwischen einer der Gründer und Mitbesitzer der Filmgesellschaft ›Keystone Studios‹. Jetzt suchte er dringend einen englischen Komiker. Charlie erklärte sich bereit, für 150 Dollar pro Woche eher platte Komödien für ›Keystone Studios‹ zu drehen. Im Jahre 1913 ein im übrigen durchaus passables Honorar für einen Debütanten.

Die »Traumfabrik« war erst im Entstehen. Kinostars erhielten noch keine Millionengagen, Filme wurden innerhalb von Wochen gedreht, waren nicht länger als zwanzig Minuten, und Drehbücher mit strengen Vorgaben existierten noch nicht. Alles am Drehort war Improvisation, ausgerichtet auf ein vorgegebenes Sujet. Masken- und Kostümbildner im heutigen Sinne gab es ebenfalls nicht, und so konnte sich Chaplin seine berühmte Gestalt selbst ausdenken. Zu ihr gehörten die großen Schuhe, die sackartigen, zu weiten Hosen, der enge Cutaway, der kleine Bürstenschnauzbart, dazu Melone und Spazierstock. Der komische und absurde Landstreicher mit den traurigen Augen trat aus der Leinwand in die Realität. Sobald die Gestalt erfunden war, begann Chaplin damit, sich alle möglichen Gags und komischen Situationen auszudenken. Die Ideen des »Naseweis« brachten jedoch die ›Keystone‹-Regisseure zur Weißglut … woraufhin Charlie Chaplin sehr bald beschloß, Filme nach eigenen Drehbüchern zu drehen.

Friends & Family in der Factory

In diesen Jahren wurde es als großer Erfolg gewertet, wenn die Verleiher zwanzig Filmkopien bei einem Studio orderten – für den ersten Chaplin-Film gingen ungefähr vierzig Bestellungen ein. Charlie war der Liebling des Publikums, und wo er auftauchte, wurde er gefeiert. Sein Agent wurde sein Bruder Sydney, der zusammen mit seiner Frau in die Vereinigten Staaten übergesiedelt war. Bald holten sie auch ihre Mutter nach.

Im Jahre 1915 wechselte Chaplin zu ›Essanay‹, wo er innerhalb von zwölf Monaten zwölf Filme drehte. Als es daranging, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen, verlangte er nicht mehr und nicht weniger als 150.000 Dollar in bar. Einzig das New Yorker Unternehmen ›Mutual Corporation‹ war in der Lage, die für diese Zeit immens hoch angesetzte Forderung des Publikumslieblings zu erfüllen; also wechselte Chaplin zu ›Mutual Corporation‹. Als er sich dann von Los Angeles nach New York aufmachte, hielt sein Zug an jeder winzigen Bahnstation; die Einwohner der jeweiligen Ortschaft hatten sich mitsamt ihrem Bürgermeister dort versammelt. Charlie Chaplin mußte immer wieder auf ein Waggondach steigen, damit ihn alle sehen konnten, und Worte des Dankes sprechen.

Einige Jahre darauf, 1919, gründete er mit seinen Freunden Mary Pickford, David Griffith und Douglas Fairbanks sen. die Filmgesellschaft ›United Artists‹. Endlich hatte er sich vom Diktat der Produzenten befreit. Die eigenen Studios gewährten ihm unbegrenzte schöpferische Freiheit. Seinen ersten ›Oscar‹ erhielt Charlie Chaplin übrigens 1929 für den Film The Circus – Der Zirkus  (1928).

Mit jedem neuen Film stiegen die Gagen, und bald war Chaplin Millionär. Mitunter erinnerte er sich schmunzelnd an die Verlegenheit, die er als angehender Filmschauspieler empfunden hatte, als er im vornehmen Hotel ›Astor‹ untergebracht war. Die Dienstbeflissenheit des Portiers und die Gewandtheit des Maître d’hôtel schienen ihm damals unwirklich; er brachte nicht einmal den Mut auf, um eine aktuelle Zeitung in seinem Zimmer zu bitten. Wie ein Usurpator, der jeden Moment entlarvt werden könnte, war er sich vorgekommen. Jetzt stand ihm die große Welt offen. Doch Charlie Chaplin leistete sich nur äußerst selten Appartements in teuren Hotels, hatte auch nicht den Hang, sich ständig schicke Autos zu kaufen – die Erinnerung an seine Kindheit in bitterer Armut ließ ihn nie unnötig viel Geld ausgeben. Wohl eine feine Zigarre gönnte er sich ab und an.

Zuweilen dachte Charlie an seinen Besuch bei der Wahrsagerin in San Francisco zurück. Sie hatte ihm Ruhm und Reichtum prophezeit, hatte aber die Hauptlinie seines persönlichen Lebens nicht vollkommen vorhergesehen: »Sie werden dreimal heiraten. Die beiden ersten Ehen werden unglücklich sein, aber ihren Lebensabend verbringen Sie in einer glücklichen Ehe, und Sie werden drei Kinder haben.«

Vier Damen: Hochzeit

 

Dame KreuzDame KaroPik DameDame Herz

 

In der Tat waren die ersten beiden Ehen schwere Prüfungen für Charlie, während die dritte der Bund zweier Gleichgesinnter war, bis schließlich seine vierte Ehe zu einem »ruhigen Hafen« für ihn wurde. Auch mit der Zahl der Kinder lag die Wahrsagerin daneben – doch dazu später mehr …

Das einzige, was alle vier Ehefrauen Chap­lins miteinander verband, war ihr zartes
Alter – nicht eine von ihnen war zum Zeitpunkt der Eheschließung älter als siebzehn Jahre. Seine erste Frau, Mildred Harris, hatte Chaplin in der Villa des einflußreichen Kinomagnaten Sam Goldwyn kennengelernt. Nach der Party begleitete Charlie sie nach Hause, und kaum selbst zu Hause angekommen, hörte er schon das Telephon klingeln. Es war Mildred. Chaplin hielt das Mädchen für etwas einfältig, aber hübsch genug, um eine Affaire mit dem jungen Ding zu beginnen. Der ersten Begegnung folgten Dinner in Restaurants, Spaziergänge an der Uferpromenade und so weiter. »Und so weiter« beunruhigte Mildred sehr, genauer gesagt ihre Mutter. Mildred war erst fünfzehn gewesen, als die beiden sich kennengelernt hatten (weshalb man Charlie umgehend von dem »interessanten Umstand« seiner Geliebten berichtete).

Die Zeremonie der Eheschließung war bis zur Banalität korrekt und sachlich: Mildred und Charlie tauschten am 23. Oktober 1918 ihre Ringe – und das war’s. Die angebliche Schwangerschaft ließ keine Wärme in der Beziehung der beiden Eheleute aufkommen. Charlie verschwand tagelang zu Dreharbeiten, während Mildred ihr Leben lebte. Nach einem Jahr wurde ihnen tatsächlich ein Sohn geboren, der jedoch nur wenige Tage lebte; darüber hinaus kamen Chaplin Gerüchte zu Ohren, daß seine Frau ihn betrügen würde. Die Presse bauschte alles zu einem Skandal auf, so daß eine »geräuscharme« Scheidung nicht möglich war. Charlie bot seiner Frau 100.000 Dollar unter der Bedingung an, daß sie ihn nie mehr belästige. Mildred akzeptierte.

Die zweite Ehe wurde nach demselben Prinzip geschlossen. Als Lillita Louise McMurray 1924 den großen Star kennenlernte, war sie gerade einmal sechzehn. Sie arbeitete in der Konditorei ihres Vaters in der Nähe der Filmstudios. Lillita ignorierte standhaft alle Flirtversuche Chaplins und ließ sich erst erweichen, als sie eine Rolle in dem Film The Gold Rush – Goldrausch (1925) erhielt. Die Beziehung zwischen Charlie Chaplin und Lita Grey (so ihr Künstlername) war stürmisch, und bald war Lita schwanger. Gebrannt durch die Ehe mit Mildred, schlug Chaplin vor, das Kind abtreiben zu lassen; sie lehnte ab. Da ihr außerdem einflußreiche Vormundschaftsanwälte zur Seite standen, drohte Chaplin Ungemach, denn die Verführung einer Minderjährigen zog unweigerlich eine Gefängnisstrafe nach sich; also heiratete er Lita noch im Jahr ihres Kennenlernens.

3 unterschiedliche Trennungen

Die Umstände der Scheidung waren noch aufsehenerregender als die der Heirat. Während der gemeinsamen Jahre mit dem berühmten Ehemann hatte Lita ein Tagebuch geführt. Die Zitate daraus bildeten die Grundlage für ihre Scheidungserklärung: Charlie pflegte Verhältnisse mit fünf Hollywood-Schauspielerinnen, besuchte regelmäßig Prostituierte und empfahl seiner Ehefrau, sich ein Beispiel an ihnen zu nehmen, lud ein weiteres Mädchen in ihre Loge ein und so weiter. Die Klageschrift Litas – satte fünfundzwanzig Seiten – wurde von mehreren Verlagen abgedruckt, und für 25 Cent konnte jeder die »süßen« Details aus dem Privatleben des Stummfilmstars nachlesen. Litas »Werk« hatte bei den Amerikanern nicht weniger Erfolg als die Filme ihres Mannes. Die Halbwahrheiten der mit zu wenig Aufmerksamkeit bedachten Ehefrau kosteten Charlie Chap­lin 800.000 Dollar: 600.000 für Lita und 200.000 für den Unterhalt der beiden Söhne Charles Spencer jun. und Sydney Earle.

Der dritte Bund fürs Leben war bar jeder Sensationslüsternheit der beiden vorhergehenden Ehen. Die junge Schauspielerin Paulette Goddard, ein in Hollywood noch unbeschriebenes Blatt, war ebenso einsam wie Charlie Chaplin. Gemeinsam unternahmen sie Spazierfahrten mit dem Auto, ließen sich auch auf Charlies Yacht den Wind um die Ohren wehen. Charlie und Paulette heirateten 1936 auf einer Reise nach Honolulu und lebten weitere sechs Jahre miteinander, ohne der Presse besondere Anlässe zu liefern, sie zu Helden einer Titelstory zu machen. Auseinander gingen sie ebenfalls, ohne Aufsehen zu erregen: Paulette packte 1942 einfach ihre Sachen und verließ das Haus in Beverly Hills.

Pik Dame: Eine böse Frau, ein Klatschmaul

 

Pik Dame

 

Chaplin werden viele Affären mit großen Schauspielerinnen des Stummfilms angedichtet. Mary Davis, Peggy Hopkins, Mable Normand, Pola Negri, Edna Purviance … Heute kennen nur Filmwissenschaftler die Namen jener Diven, aber zu Beginn des vorigen Jahrhunderts reichte allein die Erwähnung eines dieser Namen im Zusammenhang mit dem Chaplins, um seinen Ruhm als Herzensbrecher zu bekräftigen. Seine skandalöseste Affäre durchlebte er jedoch in reiferen Jahren …

Die wohl wichtigste Rolle ihres Lebens, die des bösen Genius von Charlie Chaplin, spielte die angehende Schauspielerin Joan Berry gleich zu Beginn ihrer Karriere. Die rothaarige neunzehnjährige Schönheit war zunächst nur ein wunderbares Objekt für die Sammlung des deutlich älteren Schauspielers und Regisseurs. Er schlug ihr eine Rolle in seinem neuesten Film vor und schickte sie an die Schauspielschule. Daß sie unausgeglichen und psychisch labil war, bemerkte Chaplin, als sie eines Nachts sternhagelvoll zu ihm nach Hause kam. Joans Exzentrik und ihre »Fähigkeit«, jeden Monat aufs neue schwanger zu werden, gingen Chaplin auf die Nerven. Schon bald versuchte er (wieder einmal), sich freizukaufen. Aber nach einem halben Jahr tauchte Joan erneut bei ihm auf und behauptete steif und fest, er sei der Vater ihres zukünftigen Kindes. Chaplin rief die Polizei. Berry wurde verhaftet, aber dann drohte Chaplin auf einmal ein Gerichtsprozeß um die Vaterschaftsanerkennung sowie eine Gefängnisstrafe wegen eines längst vergessenen Paragraphen, bei dem es um »die Verbreitung von Prostitution durch den Transport von Personen zweifelhaften Rufs aus einem Staat in den anderen« ging. Offenbar kam hier Chaplins angespanntes Verhältnis zu den Staatsorganen ins Spiel; da er der Teilnahme an kommunistischer und prosowjetischer Stimmungsmache verdächtigt war, suchte die US-Justiz nach einer Möglichkeit, auf welche Weise sie ihre Rechnung mit dem politischen Gegner begleichen konnte; wie so oft in solchen Fällen schöpfte sie aus dem vollen Paragraphenteich, den sie selbst über die Jahre angelegt hatte. Die Zeitungen unterstützten die Giftkampagne und druckten fast jeden Tag Titelstorys, wobei Schlagzeilen wie: »Chaplin bringt die Mutter seines Kindes hinter Gittern!« oder: »Lüsterner sowjetischer Helfershelfer!« jene Stelle unterhalb der Gürtellinie angaben, auf die gezielt wurde.

Charlie Chaplin, der Stolz Amerikas, Symbol Hollywoods – die Masse urteilte vehement. Aber selbst mit Hilfe des ›FBI‹ gelang es nicht, Chaplin hinter Schwedische Gardinen zu bringen. Man gab eine Expertise in Auftrag. Laut deren Ergebnis konnte er unmöglich der Vater von Joan Berrys Kind sein.

Dame, Zehn und König von einer Farbe: Gegenseitige Liebe

 

Dame HerzHerz 10 Herz König

 

Charlie Chaplin hätte diesen Alptraum wohl kaum überstanden, wäre nicht Oona O’Neill an seiner Seite gewesen. Als sich die beiden kennenlernten, versuchte sich Oona, die Tochter des US-amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill, gerade im Filmgeschäft und war kurz davor, Charlie Chaplin jun. zu heiraten, den Sohn Lita Greys. Chaplin sen. wiederum war nach dem Zerwürfnis mit Berry auf der Suche nach einer Schauspielerin für die Hauptrolle in einem Film. Entzückt von Oonas
Charme, verliebte er sich in sie; vor allem ihr Sinn für Humor, ihre Toleranz und ihre Eigenschaft, stets die Meinung anderer zu respektieren, schätzte er sehr. Ihre Liebe war heiß entflammt, und der Hochzeitstermin stand bereits fest, als Joan Berry mit ihrer Vaterschaftsklage am Horizont auftauchte.

Still und heimlich, in einem kleinen, fünfzehn Meilen von Santa Barbara gelegenen Städtchen gingen die siebzehnjährige Oona O’Neill und der dreiundfünfzigjährige Charlie Chaplin 1943 den Bund der Ehe ein. Der Ehemann war glücklich, litt aber unter dem bevorstehenden Gerichtsprozeß. In den Zeitungen erschienen Artikel, die dazu aufriefen, seine Filme zu boykottieren, und die eindeutig auf das Nichtvorhandensein seiner US-Staatsbürgerschaft Bezug nahmen. Er spürte den Haß einer ganzen Nation – und er hatte das Gefühl, seine Filmarbeit sei beendet. Oona ließ nichts unversucht, um ihren Mann von seinen düsteren Gedanken abzulenken. Charlie lebte in dieser Zeit zwei Leben: Tagsüber wurden bei Gericht die unmöglichsten Details seines Privatlebens öffentlich erörtert, und abends erwartete ihn eine von Oona geschaffene andere, heimelige Welt.

Bald ließ Oona ihren Mann wissen, dass sie weder in Filmen spielen noch am Theater arbeiten wolle. Charlie war hocherfreut: Endlich hatte er eine Ehefrau und keine Schauspielerin, die auf Karriere aus war. Sie bekamen acht Kinder. Im Verlauf ihres gesamten gemeinsamen Lebens blieben sie Verliebte, Freunde und Gefährten. Wie eng ihr Verhältnis war, zeigte sich später, 1952: Als Chaplin auf Betreiben von ›FBI‹-Chef J. Edgar Hoover die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert wurde, verzichtete Oona als Zeichen des Protests auf ihre US-Staatsbürgerschaft.

»Kreuz Sieben und Pik Bube: Ein weiter Weg und Unannehmlichkeiten«

 

Kreuz 7Pik Bube

 

Chaplins Unannehmlichkeiten begannen nicht erst, als er zu einer Hauptperson des US-Gerichtslebens avancierte. Die Angelegenheit mit Berry hätte ein Einzelfall bleiben können, den die Boulevardpresse aufgegriffen und dann wieder fallengelassen hätten. Zuweilen war Chaplin jedoch zu offenherzig und bedachte nicht immer, wie seine Worte interpretiert werden konnten. Diese Eigenschaft nutzten sensationslüsterne Journalisten gerne aus. Erinnert sei beispielsweise an jene Geschichte, die sich noch vor dem Ersten Weltkrieg ereignete, als sich Chaplin in Südfrankreich erholte. Hier zeichnete er einem Journalisten in einem Interview ein recht pessimistisches Bild: »Ich möchte nicht, daß man mir sagt, wen ich umbringen und wofür ich sterben soll – und das noch im angeblichen Namen des Patriotismus.« Am nächsten Tag titelten mehrere Zeitungen: »Charlie Chaplin ist kein Patriot!« Nach einem anderen Gespräch mit einem Vertreter der schreibenden Zunft beschuldigte man ihn, »starke sozialistische Sympathien« zu hegen.

Als er nach seinem ersten Tonfilm, The Great Dictator – Der große Diktator  (1940), in dem er Hitler kräftig durch den Kakao zog, an antifaschistischen Meetings teilnahm, setzte er sich beispielsweise leidenschaftlich für die Notwendigkeit der Eröffnung einer zweiten (sowjetischen) Front ein. Aber die Amerikaner wollten in Charlie nur den komischen Kauz in den zu großen Hosen sehen, ausgestattet mit Melone und Spazierstock; seine politischen Äußerungen wurden deshalb stets feindselig aufgenommen. In den Zeitungen wurde Chap­lin nicht nur beschuldigt, kommunistischen Ideen anzuhängen, sondern auch, den amerikanischen Lebensstil zu verachten und zu verspotten – und es wurden Forderungen laut, den Schauspieler des Landes zu verweisen. Vor diesem Hintergrund war der Skandal mit Berry ein gefundenes Fressen für die US-Behörden. Noch heute halten sich Gerüchte, nach denen Joan ein Instrument des ›FBI‹ oder einer faschistischen Organisation gewesen sein soll.

Persona non grata und ein warmer Empfang in Europa

Im Oktober 1947 wurde der Schauspieler und Regisseur vor das ›Komitee für unamerikanische Aktivitäten‹ geladen. Das war der letzte Tropfen. Die Chaplins beschlossen, sich für einige Zeit in Europa aufzuhalten. Einen Tag nach ihrer Abfahrt annullierte das US-Justizministerium das schon ausgestellte Wiedereinreisevisum für Charlie Chaplin. An Bord des Schiffes ging ein Funktelegramm ein, in dem es hieß, ihm sei die erneute Einreise in die Vereinigten Staaten verwehrt. Um eine abermalige Erlaubnis zu bekommen, müsse er der Einwanderungsbehörde zu einer Reihe politischer und moralischer Fragen Rede und Antwort stehen.

 

Charlie Chaplin

 

Europa dagegen begrüßte Charlie Chaplin überschwänglich. Er wurde in verschiedene Länder eingeladen und von den Mächtigen empfangen. Die Chap­lins entschieden sich für die stille Schweiz als Aufenthaltsort und ließen sich in einer Villa am Genfer See nieder, oberhalb von Corsier-sur-Vevey. Erst viele Jahre später, 1972, fuhr der geniale Mime wieder für einige Tage in das Land seiner filmischen Triumphe, um dort den ›Ehren-Oscar‹ in Empfang zu nehmen.

Sir Charles Spencer Chaplin starb am ersten Weihnachtstag anno 1977 im Alter von 88 Jahren. Oona und die Kinder waren bei ihm. Die letzten Jahre seines Lebens waren seine glücklichsten, obwohl sie nicht mehr mit dem großen Kino verbunden waren.

Statt eines Epilogs

Den jungen Mann amüsierten die Andeutungen und die unausgesprochenen Hinweise der Wahrsagerin: ein weiter Weg, Hochzeiten, Intrigen, Reichtum – die übliche Auswahl. Als sie sein ironisches Lächeln bemerkte, sah die Frau ihn aufmerksam an und sagte: »Sie werden an Lungenentzündung im Alter von zweiundachtzig Jahren sterben.« – Dann: »Ich bekomme einen Dollar von Ihnen.« Schließlich: »Vielleicht haben Sie noch Fragen an mich?« – »Nein«, lachte der junge Mann, »es ist besser, wenn ich lieber nicht weiter nachfrage. Mir reicht schon das, was Sie bis jetzt gesagt haben.« – »Geb’s Gott, wenn wenigstens etwas davon eintrifft«, dachte er, gab der Frau einen Dollar und begab sich ins Hotel, um seine Koffer zu packen. Am anderen Morgen ging es zurück nach London …


© Cigar Clan No. 1 (2008)


 


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