4 Phasen des Tabak-Wachstums

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1. Phase

Anzüchten des Tabaks

Das Anzüchten

Das Anzüchten dauert im Durchschnitt 40-45 Tage. Die Grundaufgabe des Tabakbauers in dieser Zeit ist, einen Pflänzling zu kreieren, der so behutsam wie möglich umgepflanzt werden muss.

Das Anzüchten der Pflänzlinge erfolgt mit zweierlei Methoden: Traditionell im Erdboden oder innovativ in speziell dafür vorgesehenen Containern.

Obwohl kostenintensiver, erlaubt die innovative Methode das Umpflanzen ohne Einbuße für das Wurzelsystem. Dies bedeutet wiederum eine viel niedrigere Quote der absterbenden und langsamer wachsenden Pflänzlinge als mit der traditionellen Methode.

Die Auswahl des Zeitpunktes für das Umpflanzen der Tabakpflänzlinge ist von großer Bedeutung. Der Nährboden muss eine ideale Feuchtigkeitsbalance vorweisen. Gibt es zu wenig Feuchtigkeit, stirbt der Tabak. Bei zu viel Feuchtigkeit haben die Wurzeln nicht genug Anreiz, den Boden tiefer zu durchdringen und sich an diesen anzupassen, was sich extrem negativ auf die weitere Pflanzenentwicklung auswirkt.

Jede Region und jede Plantage versuchen, die optimale Umpflanzungsperiode zu finden, wobei der Erfolg sicherlich auch von den jeweiligen Wetterverhältnissen abhängig ist. Je optimaler der gewählte Zeitpunkt, desto unkomplizierter können sich die Pflänzlinge entwickeln. Ein Teil wird jedoch trotzdem unausweichlich absterben. Dieser darf aber nicht mehr als 15 % betragen, da ansonsten die gesamte Plantage neu gepflanzt werden muss.

2. Phase

Tabakpflanze: das Herausbilden der Rosette 

Die Herausbildung der Rosette

Die Herausbildung der Rosette ist keine lange Phase. Sie nimmt nur 2 bis 3 Wochen von dem Moment der Umpflanzung in Anspruch. In dieser Zeit wachsen die Tabakblätter spiralförmig um den Stängel herum und bilden eine sogenannte Blattrosette, um so viel Sonnenlicht wie möglich auffangen können. Da die Blätter einen minimalen Abstand zueinander aufweisen, ist die Länge der Pflanze stark reduziert.

Im Wurzelsystem, das sich in dieser Phase viel extensiver entwickelt als der Teil der Tabakpflanze oberhalb der Erde, finden in dieser Zeit intensive Prozesse statt. Genau aus diesem Grund ist die richtige Berieselung ebenfalls von großer Bedeutung. Sie muss in regelmäßigen Abständen erfolgen, jedoch gleichzeitig auch wohldosiert sein, um das Wurzelwachstum zu stimulieren.

Zweimal – ganz am Anfang und am Ende dieser Phase – wird gehäufelt und gleichzeitig bedüngt.

3. Phase

Das Erlangen der Reife der Tabakpflanze

Das Erlangen der Reife

Nachdem die Formierung der Rosette vollendet ist, fängt die längste Phase im Leben einer Tabakpflanze an – die Blätterreifung. Genau in diese Zeit fällt die rapide Entwicklung der Pflanze, in der bis zu 80 % der Belaubung gebildet wird.

Das Wurzelsystem, in welchem die eigentliche Nikotinsynthese stattfindet, erfährt in der 3. Phase ebenfalls den Höhepunkt seiner Entwicklung. Somit ist diese Phase grundlegend wichtig für den Tabakbauer. In dieser Phase bedarf der Tabak der Berieselung am meisten. Um jedoch das Stadium des Wachstums nicht künstlich zu verlängern, wird die Berieselung kurz vor der Blätterreifung stark eingegrenzt.

Während des Tabakaufzucht-Prozesses kommt es darauf an, nicht einfach nur Tabakblätter zu bekommen, sondern Blätter, die ganz bestimmte biochemische Charakteristika mitbringen. Deswegen wird der gesamte Prozess strengstens kontrolliert (vergleichbar mit dem Weinanbau). Man bedient sich unter anderem folgender Methoden: Schutz vor Sonnenlicht; Entfernen der obersten Knospe nach Erreichen der gewünschten Pflanzenhöhe (Desbotonado), wodurch der Pflanzenwachstum beschleunigt wird; Entfernen der Seitentriebe (Deshije).

4. Phase

Tabakpflanze: Die Ernte

Die Ernte

Den Zeitpunkt der Ernte richtig zu definieren ist eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt. Die entscheidende Rolle spielen hier die Tradition und das Know-How eines jeden Tabakbauers. Theoretisch erlangt der Tabak die physiologische Reife zu dem Zeitpunkt, wenn der Metabolismus (Stoffwechsel) der Pflanze die Balance zwischen der Synthese und dem Katabolismus (Abbau von Stoffwechselprodukten) ihrer biochemischen Elemente erreicht.

Für außergewöhnliche Tabaksorten, die der Zigarrenherstellung dienen, ist jedoch nicht die physiologische, sondern die sogenannte technische Pflanzenreife von Bedeutung; diese tritt etwas früher ein. Es geht darum, dass nach dem Erreichen der physiologischen Reife die Konzentration des Stickstoffs und seiner Derivate in der Pflanze abrupt absinkt, wohingegen die Konzentration der Kohlenhydrate anfängt anzusteigen.

Für die weitere Bearbeitung der Tabakblätter ist die Proportion besonders wichtig, bei welcher der Inhalt des Stickstoffs und seiner chemischen Verbindungen leicht überwiegt. Eben aus diesem Grund dient für den Anfang der Ernte das Erreichen der oben beschriebenen Balance als Kriterium.

Das verfrühte Entblättern kann das Blattaroma und die Blattfarbe beeinträchtigen. Ein verspätetes Sammeln der Blätter – also bereits nach dem Eintritt der physiologischen Reife – führt dazu, dass sie nach dem Trocknen nicht mehr glänzen und weniger elastisch sind. Ebenso können die Blätter auch poröse Struktur und eine ausgeblichene Farbe bekommen.

Tabakblätter werden schrittweise eingesammelt, von unten nach oben, 2 bis 3 pro Sammlung. Somit benötigen 16 bis 18 Blätter, die eine Pflanze durchschnittlich hergibt, 6 bis 7 Arbeitsgänge.

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