Alkohol: Mythen und Fakten. Und die 4 Trinkertypen.

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Der Einfluss vom Alkohol auf unseren Körper hängt massgeblich von zwei Substanzen ab: Alkoholdehydrogenasen (ADH) und Acetaldehyddehydrogenasen (ALDH). Diese beiden Stoffe helfen nämlich mit, wenn sich Ethanol zu einfacheren Elementen aufspaltet, damit diese wiederum problemlos aus dem Körper ausgeschieden werden können.

Ethanol ist ein hochauflösendes Molekül, das an sich harmlos ist. Es aktiviert jedoch die Dopamin- sowie die GABA-Rezeptoren im Gehirn, was uns in der Konsequenz etwas lustiger und tollpatschiger macht. Je höher die Dosis, desto zufälliger die Folgen. Alkohol wirkt auf alle sehr unterschiedlich: Er verändert, wie jede andere Droge auch, unser Bewusstsein und jede Veränderung ist individuell.

Ein betrunkener Mensch wird zum Generator zufälliger Phrasen, die ihm im nüchternen Zustand womöglich nicht in den Sinn kämen. Manch einer wird geselliger, ein anderer aggressiv. Die These, Betrunkene sagten stets die Wahrheit, stimmt übrigens nicht.

Nun zurück zum Spannenden, zur Spaltung vom Ethanol. Wir haben hier vier Möglichkeiten.

 

DIE 4 TRINKERTYPEN:

  1. Sie haben eine gute ADH- und eine gute ALDH-Produktion.

Sie werden nur langsam betrunken, denn Sie bauen Alkohol schnell ab. Ihr Körper bekommt insofern vergleichbar weniger Schaden ab, denn das entscheidende Toxin Acetaldehyd, wird bei dieser Konstellation zügig vernichtet. Die im Rausch erlebbaren Freuden des Ethanol sind aber auch spürbar kleiner.

  1. Eine gute ADH-, aber eine schlechte ALDH-Produktion.

Herzlichen Glückwunsch! Oder auch nicht – je nachdem, ob Sie damit glücklich sind, ein Nichttrinker zu sein und zu bleiben. Denn: Alkohol ist für Sie kein Genuss. Verständlich, ruft doch das Acetaldehyd nicht gerade die besten Reaktionen bei Ihnen hervor: von Übelkeit über Kopfschmerzen bis zum schlimmen Kater am Morgen danach.

  1. Eine schlechte ADH- und eine gute ALDH-Produktion.

Großartig! 2-3 Drinks und Sie fangen an zu fliegen, ohne Ihre Gesundheit im besonderen Maße zu gefährden. Der Alkohol wirkt auf das Gehirn ein, entwickelt sich nur langsam zum Toxin und wird dann von den Acetaldehyddehydrogenasen vernichtet. Herzlichen Glückwunsch, jetzt muss nur die Leber lange genug mitspielen!

  1. Sowohl die ADH- als auch die ALDH-Produktion sind schlecht.

Das ist ungerecht: Sie brauchen nicht besonders viele Drinks, um betrunken zu werden, spüren die Folgen jedoch intensiver (allerdings auch später) als andere. Toxine treten verzögert auf, bleiben aber länger. Morgens fühlen Sie sich deutlich mieser als Ihre Mittrinker.

 

Alles verstanden? Aber: Was würde geschehen, sollte man nie aufhören zu trinken?

Bei der Antwort darauf gibt es, im Gegensatz zu der Frage nach der Verträglichkeit, keine Alternativen. Es käme zu einer Inversion. Das Gehirn würde sich daran gewöhnen, dass der Alkohol die Dopamin– sowie die GABA-Rezeptoren aktiviert. Wenn man die Alkoholzufuhr stoppen würde, kämen Entzugssymptome auf. Vom simplen Unwohlsein bis zum Alkoholdelirium.

Sollten Sie non-stop trinken, würde die Leber irgendwann versagen – wie schnell, hängt wiederum von Ihrer ALDH-Produktion ab. Die Leber würde jedenfalls mit der ständigen Zufuhr des Toxins Acetalaldehyd nicht fertig werden. Das Risiko, einem Krebsleiden zu erlegen, würde ebenfalls steigen. Das Acetalaldehyd ist nämlich ein Kanzerogen.

Im Gegensatz: Dass Alkohol in kleinen Mengen unschädlich ist …

… ist ein Mythos. Das Ethanol an sich ist es zwar in der Tat, aber im Zuge seiner Spaltung entsteht Acetaldehyd – ein gefährliches Kanzerogen und Toxin.

Trinkt man hingegen wirklich nur gelegentlich, in kleineren Mengen und ausschliesslich qualitativ wertvollen Alkohol, wird das Ethanol zweifelsohne keine fatale Wirkung entfalten.

 

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