Ardbeg Twenty Something: From the dark Dunnage Warehouses

Freunde eines edlen rauchigen Malts der alten Schule werden sich freuen. Ab dem 9. Oktober 2018 bekommen Islay-Whisky-Liebhaber die Möglichkeit, eine dritte Abfüllung aus der limitierten Ardbeg Twenty Something-Reihe zu erleben. Der Neue folgt der 23-jährigen Abfüllung.

Eine seltene, in ehemaligen Bourbon-Fässern gereifte, 22 Jahre alte, zweifach gebrannte Single Malt-Abfüllung »… ehrt alle Visionäre, die Ardbegs Geist in den dunklen Tagen der Destillerie am Leben erhielten. In einer Zeit, als der Name der berühmten Ardbeg Destillerie anfing in Vergessenheit zu geraten, entstand dieser rare, schottische Whisky. Es war eine Phase der Ungewissheit.«

Damals stand die marode Brennerei zum Verkauf. Sie wurde 1981 geschlossen, bis 1987 blieben die Kupferkessel kalt. Während der 1980er und 1990er Jahre geriet die kleine Distillery an der Südküste daher beinahe in Vergessenheit. Die beiden Brennblasen schienen fast erloschen zu sein. Die Zukunft der Destillerie war mehr als ungewiss. Nach dem Verkauf an Allied Distillers, zu ihnen gehörte die Nachbarbrennerei Laphraoig, regte sich wieder Leben. Ihre Mash and Stillmen führten ab und an für einige Wochen im Jahr einige Brennvorgänge bis 1996 aus, um die Anlage einigermaßen am Laufen zu halten.

Der Traum von rauchigsten Single Malt Islays

»Junge Whisky-Enthusiasten verfolgten ihren Traum.« Voller Hoffnung brannten sie im Frühling 1996 mit wenigen Mitteln den rauchigsten Single Malt der Insel Islay. Einige der von ihnen mit dem selten gewordenen kostbaren rauchigen Spirit gefüllten Fässer überdauerten die Krise der Erneuerung und schlummerten bis zur Wiederauferstehung in den Lagerhäusern.

Damals war unter den motivierten Locals und Mitarbeitern von Laphroaig ein junger Mickey Heads, der heute die Ardbeg Distillery selbst als Manager leitet. Er betont freudig: »Stolz, Hoffnung und eine Spur Idealismus – dies waren die wichtigsten Zutaten für diesen außergewöhnlichen Whisky.« Gebrannt wurde der Spirit im Frühjahr 1996 aus einer gemälzten Gerste, die unter dem Rauch eines Torfs von Islay intensiv im Kiln der Port Ellen Maltings gedarrt wurde. Destilliert hatten die Stillmen den Spirit in jener Brennblase, die heute Besucher am Eingang der Ardbeg Distillery begrüßt.

1997 kaufte Glenmorangie plc die arg herunter gekommene Brennerei. Der neue Manager Stuart Thompson beaufsichtigte die ersten notwendigen Erhaltungsmaßnahmen und legte den Grundstein für den heutigen Erfolg der Islay-Distillery.

Dr. Bill Lumsden, Direktor of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks bei Ardbeg und Glenmorangie, erklärt die Entstehung des Ardbeg 22: »Die Ex-Bourbon-Fässer, die ich für diesen Ardbeg Twenty Something seinerzeit auswählte, ließen einen wunderbaren Tropfen reifen – ein Feuerwerk tiefer, tropischer Aromen und von delikater, komplexer Qualität.«

Ein Korb voller Früchte und frischer Pfeffer

In der Nase erinnert der Ardbeg 22 Jahre mit seinen Aromen tatsächlich an einen Korb voller tropischer, exotischer Früchte und etwas Zitrus, die allmählich in einen angenehmen nicht aufdringlichen verhaltenen süßlichen Rauch übergehen. Dazu gesellen sich milde Eindrücke von trockenem Ruß und warmen Teer.

Ardbeg Whisky, 20 something. 22 YODie  Zunge erfährt eine Mischung aus Zimtstreuselkuchen mit säuerlich frischen Äpfeln. Noten von frischer Pfefferminze und kräftige Vanille münden in ein langes, nicht allzu kräftig rauchiges leicht salziges Finish. Noten von frisch gemahlenen »schwarzen« Pfeffer tauchen aromatisch und geschmacklich verhalten auf. Das rauchige Mundgefühl ist erstaunlich angenehm und harmonisch im Charakter.

 

Der maritime phenolische Rauch erdrückt nicht, sondern zeigt sich vielmehr als ein sanfter Team-Player im Aromen-Konzert. Der Ardbeg Twenty Something 22 ist ein lange ersehnter, ehrenvoller klassischer Vertreter Islays. Er ist ein Dokument aus einer Zeit, in der handwerklich unter widrigen Umständen von hoch motivierten und geforderten Stillmen ein Spirit destilliert wurde, der sich in der Folge im Bourbon-Fass prächtig viele Jahre entwickeln durfte.

Ein Privileg. Ein weiteres Wunder geschah. Mit zunehmenden Reifealter wandelten sich die Phenole in weitere fruchtige Aromen frischer Früchte, die eine überraschende, harmonische Vielschichtigkeit hervorrufen, die Nase und Zunge nachhaltig mehr als eindrucksvoll begeistern. Die Aschenbecher-Fraktion der Ardbegians wird diskutieren.

Eines ist sicher: Für Micky Heads und seine damaligen Kollegen erfüllte sich jedenfalls ein Traum.

Der neue Ardbeg 22 wurde am 18. Juni 2018 mit 46,4 Vol.-% Alkohol nicht kühlgefiltert, schonend auf die Flasche gefüllt. Er ist limitiert, die Zahl war bei Drucklegung nicht bekannt. Ab dem 9. Oktober 2018 bietet der Online-Shop die Preziose für Ardbeg Committee Members an – falls der Server nicht wieder einmal unter dem Sturm der Käufer zusammenbrechen sollte. Außerdem ist der reife Islay Malt für Ardbeg Committee Mitglieder in deutschen Ardbeg Embassies exklusiv erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 490 Euro pro 0,7 Liter Flasche.

Einen detailierten fotografischen Rundgang durch die Ardbeg Distillers erlaubt The Gateway to Distilleries.


Die Verkostungsprobe wurde von Moet Hennessy, München, bereitgestellt.

 

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