Die Scotch Malt Whisky Society – Mehr als nur ein Whisky Club

Seit 35 Jahren – Whisky in seiner charakterstärksten Variante: Fassstarke, unfiltrierte Einzelfassabfüllungen. So lautet das Credo der Scotch Malt Whisky Society (SMWS), die allmonatlich spannende neue Abfüllungen präsentiert, welche exklusiv den Mitgliedern des weltweiten Whisky-Clubs zur Verfügung stehen.

In diesen Tagen zelebriert die Scotch Malt Whisky Society ihren 35-jährigen Geburtstag. Damals – 1983 – ahnte Gründer Phillip »Pip« Hills noch nicht, was er mit seiner Idee auslösen würde. Er schnappte sich sein Auto und fuhr nach Norden zu einer Destillerie in Ballindalloch, um ein gefülltes Whiskyfass zu erwerben. Zurück in Edinburgh teilte er seine Beute mit Freunden und erhielt alsbald begierige Rückmeldungen all jener, die diese damals ungewöhnliche Whiskyerfahrung wiederholen wollten. Pip Hills fuhr noch im selben Jahr zu zwei weiteren Destillerien und die Society war geboren. 

Das Krisenjahr der Whiskywelt

Ausgerechnet 1983! Eigentlich ein ganz normales Jahr mit Höhen, Tiefen und Neuigkeiten. Nena sang »Völlig losgelöst«, Geyer Sturzflug veralberte das »Bruttosozialprodukt« und Udo Lindenberg darf in Ost-Berlin im Palast der Republik auftreten. Der Stern blamiert sich mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern, mit dem Motorola DynaTAC 8000X wir das erste Mobiltelefon zugelassen und die Deutschen gewöhnen sich erstmals an Katalysator und bleifreies Benzin. Der HSV wird deutscher Fußballmeister. Ja, es ist lange her.

Für Schottland und die Whiskybranche ist 1983 eines der dramatischsten Jahre überhaupt und markiert den Niedergang von Single Malt Whisky, der die 1980er Jahre prägte. In diesem Jahr schlossen etliche Destillerien, darunter Banff, Brora, Glen Albyn, Glen Mhor, Glenlochy, Glenugie, Glenury Royal, Port Ellen und St. Magdalene. Einige davon werden noch heute schmerzlich vermisst, andere stehen vor der Wiedereröffnung. Die Krisenjahre von Whisky sind längst vorbei, aber damals war das Vorhaben von Pip Hills keines, dessen Erfolg garantiert war. Im Gegenteil.

Heute erfreuen sich mehr als 29.000 Mitglieder an den Abfüllungen aus 137 Whisky Destillerien und auch Abfüllungen aus Cognac oder Kentucky und ab und an kommen auch ein Rum, ein Armagnac oder ein Gin fassstark in die grünen Flaschen. Single Malt Whisky bleibt die Kernkompetenz der SMWS, aber der Experimentiergeist des Fassmanagement-Teams ruht nie.

Nicht nur für EingeweihteHerby Mint Julep SMWS

Uneingeweihte blicken oft erstaunt auf die Flaschen, deren konsequent einheitliches Design durchaus auffällt und auf denen nie der Name einer Destillerie zu lesen ist. Beispiel gefällig? Das Etikett verrät die Kennziffer 3.278, dazu der Name der Abfüllung: »Dirty Martinis in the boat shed« für das 20jährige Destillat von der Insel Islay. Viele schmunzeln ob der fantasievollen Namensgebungen, andere werden gerade dadurch neugierig gemacht. Die Ziffern gilt es zu entschlüsseln, denn die erste Ziffer codiert die Destillerie, die Zahl hinter dem Punkt verrät, das wievielte Fass aus dieser Destillerie nun von der Scotch Malt Whisky Society abgefüllt wurde.

Auch wenn die Destillerie nicht verraten wird, so sind doch zahlreiche Informationen sehr transparent aufgelistet. Greifen wir zur Flasche 13.58 »Remains of the Earl Grey«. Wir erfahren, dass der Whisky am 31. Mai 2007 in den Highlands destilliert wurde und anschließend 10 Jahre im 2nd Fill Ex-Bourbon Fass reifte. Das Fass kam dann mit einer Alkoholstärke von 60,6 Vol.-% auf die Flasche und ergab eine Menge von 224 Flaschen.  

Eine kurze Verkostungsnotiz und eine Farbcodierung ergänzen das Layout. Die SMWS möchte eben über Aromen sprechen und nicht Destillerie-Namedropping betreiben. So entstand das Aromenkonzept, welches sich in einer von zwölf Farben ausdrückt. Von süß, fruchtig & geschmeidig über ölig mit Küstencharakteristik bis zu stark getorft lauten die Namen der Kategorien, die bei der Auswahl und der persönlichen Geschmacksfindung unterstützen sollen. Unser 13.58 weist auf Etikett und Flaschenhals eine gelbe Farbe auf und gehört somit in die Gattung »Würzig und Trocken«.

Neuer Schwung auch in Deutschland

2005 übernahm die bekannte Whisky Marke Glenmorangie die SMWS und unterhielt sie bis 2015, als eine Gruppe von privaten Investoren den traditionsreichen Whiskyclub übernahm und ihn somit wieder zu seinen Wurzeln als engagierte Mitgliederorganisation führte. Die neuen Eigentümer bemerkten, dass einige Whisky-affine Länder zwar über Mitglieder verfügten, dort aber kein aktives Gemeinschaftsleben geschah, wie es in Großbritannien unter Society-Mitgliedern selbstverständlich war. Das sollte sich ändern. Insbesondere in Deutschland, einem Land voller Whisky-Enthusiasten und erfahrenen Liebhabern des flüssigen Goldes aus Schottland. 

Heute kommen auch die deutschen Mitglieder regelmäßig in mehreren Metropolenregionen zusammen. Sei es bei den monatlichen Outturn Tastings, bei denen einige der frischen Abfüllungen gemeinsam verkostet werden. Oder bei speziellen Veranstaltungen, wie Whisky & Bier, Whisky Dinners oder Whisky trifft Eiscreme. Zudem wächst die Zahl an Partner Bars, in denen Whisky der Scotch Malt Whisky Society ausgeschenkt wird. Mitglieder erhalten dank ihres Mitglieder-Ausweises stets einen ordentlichen Rabatt.

Die Scotch Malt Whisky Society in Deutschland. 35 Jahre alt und doch irgendwie ganz neu. Vor allem aber ziemlich köstlich. Wenn einmal der Funke für die fassstarken Einzelfass-Spezialitäten übergesprungen ist, wollen die Meisten nicht mehr davon lassen. Probieren Sie selbst!

Und versuchen Sie ruhig Ihr Glück bei der morgigen Verlosung, wenn es um eine Jahresmitgliedschaft bei der SMWS geht!

 

www.smws.com

www.facebook.com/smwsgermany

 

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