Glendalough 7 – über Zeit und die irische Seele

Hochprozentig und irgendwie magisch

Irischer Whiskey ist ohne Zeit nicht denkbar – sie ist das vielleicht bedeutendste Element bei der Herstellung des Wassers des Lebens. Während Woche um Woche, Monat um Monat als auch Jahr um Jahr vorbei geht, reifen und entwickeln sich die Whiskeys dieser Welt in ihren Fässern. Es entstehen Aromen, Texturen und komplexe molekulare Verbindungen, die aus einem farblosen Destillat eines der bedeutendsten Spirituosen der Welt machen.

Doch Zeit bedeutete für Whiskey noch mehr. Es ist die unabdingbare Bezugnahme zu eben jener Welt, in der Whiskey geschaffen und getrunken wird. Sie ist essentielle Bedingung von Geschichte und Geschichten – dem Kosmos, aus dem der Whiskey seinen Reiz gewinnt. So auch die Whiskeys von Glendalough – von denen der Siebenjährige etwas Besonderes darstellt, vereinen sich in ihm doch mythische Geschichten und irische Trinkgewohnheiten zu einem einzigartigen Erlebnis.

Sieben

Seit den frühesten Tagen der Menschheit besitzen Zahlen eine besondere, ja zum Teil mysthische Bedeutung für die Menschen. Sie haben magische Bedeutung bzw. Kräfte oder sie erklären auf einzigartige Weise weltliche und metaphysische Zusammenhänge. Es gibt jedoch kaum eine bedeutendere Zahl als die Sieben. In der christlichen Geschichte ist diese die Summe aus Drei und Vier – der heiligen Trinität und den vier Elementen. Sie ist eines der zentralen numerischen Instanzen der biblischen Welt. So ist es auch kein Wunder, dass bei einem Whiskey, dessen Geschichte auf einen Heiligen zurück geht, die Zahl sieben eine wichtige Rolle spielt.

Sieben Jahre – Sieben KirchenGlendalough 7, Whiskey

Es ist die Geschichte des irischen Heiligen St. Kevin. Als adliger Sohn entschied er sich – gegen den Wunsch seiner Familie – zu einem Leben als Priester und zog aus, um in der Ruhe des glean Dá loch in Einsamkeit zu leben. Hier in dem Tal der zwei Seen, südlich von Dublin (heute: Glendalough), verbrachte er sieben Jahre im Einklang mit der Natur. St. Kevin gründete sieben Kirchen, die das Glendalough-Tal bis heute zu einem der bedeutendsten religiösen Orte der immergrünen Emerald Isles machen.

Darüber hinaus gibt es noch viele weiteren Mythen und Geschichten über St. Kevin – ist er zum Beispiel einer der ersten Mönche, welche das große Handwerk der Destillation verstanden. So erscheint res nur folgerichtig, dass die Figur St. Kevin heute das zentrale Symbol auf dem Etikett des Glendalough-Whiskey bildet. Und auch die sieben Kirchen finden ihre Platz: Wie geografische Markierungen auf einer Landkarte finden sie sich – als silberne Sterne eingezeichnet – auf dem Etikett des Glendalough 7.

Eine irische Verbindung

Es ist jedoch nicht nur die mysthische Verbindung mit der Geschichte Irlands, die den Glendalough 7 so besonders macht. Es ist auch das schon angesprochene Fassmanagement. Der Single Malt verbringt die meiste Zeit in bekannten ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche, in denen zuvor Bourbon zur Reifung gebracht wurde. Dies ist die typische Reifemethode für Whiskeys aus Irland. Doch erhält der Glendalough 7 ein anschließendes Finish in Porter Bier Fässern der 5 Lamps Brewery in Dublin.

Das reichhaltige und dunkel-aromatische Black Pitts Porter, welches vorher für 6 Monate in den Fässern lagerte, ist auf Basis von Röstmalz hergestellt und gibt dem Fass ein wundervolles, dunkles und intensives Aroma. Und genau dieses übernimmt der siebenjährige Glendalough im Finish.

Ein einzigartiger irischer Whiskey

Schon in der Nase zeigen sich diese Fässer sehr deutlich mit süßen Noten von Schokolade und gebackenen Äpfeln. Ein toller Körper offenbart sich im Glas, der mit jeder Sekunde spannender wird und dessen süße und fruchtige Aromen schnell Lust machen auf den ersten Schluck.

Glendalough; Irish Whiskey

Das Porter zeigt mit den ersten Tropfen auf der Zunge seine Bedeutung für den Glendalough 7. Auch hier finden sich dunkle Schokoladenaromen und Kakao, getrocknete Früchte bilden ein fulminantes Grundgerüst für die Gewürze, welche sich vor allem als Nelken und fermentierte Pfefferkörner darstellen.  Es ist diese Balance aus dunkler süße und feiner Pfeffrigkeit, die den Glendalough 7 zu einem solche tollen Malt machen.

Ein Whiskey wie die irische Seele

Wer sich ein Bild über Irland machen will, dem sei dringend geraten, diese wundervolle Insel zu bereisen. Eine Ferndiagnose ist hier kaum möglich, sind doch die Menschen dieses Landes, die Kultur und die Landschaft viel zu einzigartig, um sie durch Texte verstehen zu wollen. Eines jedoch sollte man immer im Hinterkopf behalten: die irische Seele eint sich durch ein unabdingbares Vertrauen auf das Schicksalhafte. Es ist diese demütige Annahme eben jenes Schicksals, welche die Menschen dazu bringt, ihren Weg zu gehen – häufig in dem Bewusstsein, dass es nicht immer einfach wird.

Es ist ein bisschen die Geschichte des heiligen St. Kevin, der auf sich allein gestellt seine Welt veränderte. Und diese Geschichte lässt sich eh am besten erleben in einem irischen Pub. Mit einem Whiskey und einem Bier – ganz wie es zum Glendalough 7 passt. Es ist eine besondere Welt – ganz gut geeignet für einen besonderen Whiskey.

Glendalough Whiskey

 

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