Glendalough – eine Geschichte von den Ursprüngen

Unser Irish Whiskey der Woche!

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Der Beginn von etwas ist stets das Wichtigste – wie sooft im Leben steckt hinter solchen Worten nicht nur Glaube, sondern vielmehr Erfahrung und Wissen. Wenn jedoch all dies – Glaube, Wissen und die Erfahrung –  zusammen kommt, dann kann eine Geschichte über irischen Whiskey nicht weit entfernt sein. Es ist dies eine Geschichte aus den Anfängen der Whiskeyzeit, mehr als 1000 Jahre alt, es ist eine Geschichte voller Mythen und Legenden. Eine Geschichte von guten und schlechten Zeiten und von dem Traum an eine blühende Zukunft. Es ist dies die Geschichte von Glendalough.

Fünf Freunde und der Wunsch nach Unverfälschtheit

Während es im 18. und 19. Jahrhundert weit über 200 Brennereien in Irland gab, war die Geschichte des Whiskeys der grünen Insel in den letzten Dekaden nicht von goldenen Zeiten geprägt. Bis auf drei große Brennereien waren all die Orte der Destillationskunst verschwunden. Erst in den letzten Jahren kann man von einer Rennaissance der Destillation auf Emerald Isle sprechen und eine der wichtigen Namen dabei ist Glendalough. Jener Brennerei mit dem armeausbreitenden Mönch auf ihren Etiketten. Dahinter steckt eine uralte Geschichte und fünf Freunde, die ihrer Arbeit einen Sinn geben wollten und sich auf ihre Herkunft und Geschichte besannten. Das Ziel war es, ein Produkt zu erschaffen, welches authentisch mit dem Terroir und der Geschichte der Region verbunden ist.

Zwei Seen, ein Mönch und eine Legende

Diese Geschichte beginnt im Jahre 498 A.D. mit der Geburt von Coemgen of Leinster, dem Sohne Coemlogs. In jungen Jahren entscheidet sich dieser aus noblem Hause Stammende für eine Ausbildung zum Priester. Darauf verließ er im Jahre 518 seine Heimat und begab sich für sieben Jahre in die wilde Natur. Er wurde eins mit der Natur  – so sehr, dass eine Drossel in seiner Hand ihr Nest baute und St. Kevin – wie er genannt wurde – für 13 Tage und Nächte ausharrte, damit der Vogel seine Eier ausbrüten konnte und nochmals 13 Tage, bis die Kleinen flügge wurden.

St. Kevin, Irland. Glendalough Irish Whiskey
St. Kevin ©Glendalough

 

Nach diesen sieben Jahren gründete er eine Kirche in dem Tal, welches durch zwei Seen gezeichnet ist – glean Dá loch – und in welchem er zuvor nur in einer einfachen Höhle lebte. Hier manifestiert sich die Legende des heiligen Kevin. Es ist dies die Zeit, in der irische Mönche als erste in Europa begannen, die Kunst der Destillation zu verstehen und anzuwenden. Sie sind die Träger dieser seltenen Alchemie und bereiten im Geheimen einen Geist zu, der viele Jahrhunderte später einmal einer der feinsten Spirituosen der Welt werden sollte: Whiskey. Doch bis dahin sollte noch viel Zeit vergehen.

Pointin – Über die Ursprünge irischen Whiskeys

Lange bevor es Whiskey gab, gab es Pointin. Jenen durch die Mönche – auch St. Kevin – destillierten Geist aus Getreide, Früchten, Rüben und dem, was es vor Ort gab. Die ältesten Nachweise für die Destillation des Potcheen gesprochenen Ursprungs entstammen dem Jahre 584 A.D. – einer Zeit, in der St. Kevin noch lebte, denn er verstarb erst 618 A.D. im Alter von 120. Ist dies die Wirkung des legendären uisce beatha, des Wassers des Lebens, wie man es bis in die Gegenwart herstellt? Erst viele Jahre später – Anfang des 15. Jahrhunderts – entwickelte sich daraus der irische Whiskey weiter und es folgte eine aufregende Zeit voller Höhen und zuweilen mehr Tiefen. Bis Ender der 1990er Jahre irischer Whisky in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohte.

Zurück in die Gegenwart

Menschen wie Donal O’Gallachoir – einem der Gründer von Glendalough Distillery – ist es zu verdanken, dass die Geschichte des irischen Whiskeys nicht mit drei Brennereien und vielerlei Handelsmarken endet, sondern sich heute zu einer Rennaissance aufschwingt, die getrieben ist von dieser so alten und ehrwürdigen Geschichte, die im 6. Jahrundert beginnt – zur Zeiten des St. Kevin.

Glendalough, die 5 Gründerfreunde

Südlich von Dublin – in jenem Tal der zwei Seen – gründeten fünf Freunde im Jahr 2011 eine Destillerie, die sich den alten Werten von Handarbeit, Herkunft und Authentiziät verpflichtet fühlt.
Sie gaben ihren sicheren Job auf, wollten aus den damaligen Konventionen des irischen Whiskeys ausbrechen und gingen ihren eigenen Weg – ganz wie es vor mehr als 1400 Jahren St. Kevin auch tat. Daher wählten sie genau ihn als Inspiration und Symbol für Glendalough.

In einer Brennerei an den Hängen der bewaldeten Berge besinnt man sich hier auf die Ursprünge des irischen Whiskeys und brennt wie zu Zeiten St. Kevins einen Poitin aus gemälzter Gerste und Zuckerrüben. In der nunmehr breiteren Range an Produkten, finden sich neben gereiften Malt Whiskeys – 7 und 13 Jahre – auch ein saisonaler Gin.

Glendalough Double Barrel, Glendalough 7, Glendalough 13. Irish Whiskey.

Doch alles begann mit Pointin, so wie es auch in der Geschichte des irischen Whiskeys der Fall war, die man hier fortschreiben möchte, hinein in eine goldene Zukunft. Getragen von den alten Werten des heiligen Kevins, jenes Mönches, der mit Beharrlichkeit, unerschütterlicher Hingabe und der Überzeugung Gutes zu bewahren, hier vor mehr als 1000 Jahren den Grundstein legte für eine goldene Zeit im Garten Irlands. Dies ist die Geschichte von Glendalough.

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