Glendalough Mizunara Cask

Glendalough’s Masterpiece

Glendaloughs »Mizunara Cask Finish« ist ein Füllhorn voller heimischer und exotischer Früchte. Üppige, vielschichtige und wohltuende Aromen umschmeicheln die Nase: Frühlingsblüher, Orangezesten, frisches helles Obst wie Pfirsich, Aprikose, Apfel und Pflaume. Die Düfte verbinden sich mit Trockenobst – Rosinen, Sultaninen, Feigen. Sie erinnern an Ananas, Honig und Nüsse. Allgegenwärtig schweben über ihnen Noten von Vanille und Gewürzen. Auf der Zunge entfaltet sich ein süßes Früchtekompott.

Es explodiert ein Feuerwerk der Sinne!

Ölig und geschmeidig gleitet der Glendalough die Zunge entlang. Eine anfängliche geringe Süße wandelt sich allmählich in Pfefferminze, alsbald in eine betonte Ingwerschärfe. Überraschend formen sie gemeinsam einen schokoladigen, kakaobetonten, aber dennoch adstringierenden und würzigen Nachhall. Der intensive fruchtige Abgang verblüfft. Lange anhaltend ist der sich schrittweise harmonisch entfaltende Spannungsbogen von Aromen und Geschmack. Die überraschende Vielschichtigkeit und der ausdrucksstarke Charakter machen den Glendalough zum Primus unter den irischen Whiskeys. Eindrucksvoll! Immer wieder neue Aromastrukturen und -verbindungen sind mit jedem Tipple zu entdecken.

Warum schmeckt der Whiskey so gut?

Was ist die Ursache für die erstaunlich bunte Aromapalette? Es ist eine Innovation, die Entdeckung eines Holzes, das in Japan höchst exklusive erstklassige Whiskys hervorbrachte. Ein Puncheon – 450 Liter – aus japanischer Mizunara-Eiche verzaubert den aus irischem Gerstenmalz destillierten Glendalough in ein opulentes, komplexes, dennoch sehr süffiges kulinarisches Phänomen, das sich von anderen irischen Whiskeys sehr wohltuend abhebt.

Die dunkle Farbe assoziiert das klassische Eibefunier eines Edwardian Bookcase. Sie ist das visuelle Resultat einer Mizunara-Reifung. Nicht nur wegen des außergewöhnlichen aromatischen Charakters gehört der dreizehnjährige, ja fast vierzehnjährige, Glendalough Mizunara in die erste Reihe. Der Double Matured Whiskey dokumentiert imposant die hohe Kunst des kreativen Wood Managements: Aus einer Bourbon-Cask gereiften Durchschnittserscheinung entsteht ein begeisterndes Spitzenprodukt. Es ist außerdem der erste Ire, der eine Prägung in einem Mizunara-Fass erfuhr.

Geheimnis und Hintergrund

Gebrannt wurde der Single Malt allerdings nicht in der Glendalough Distillery wie das Etikett vermuten lässt. Im gleichnamigen Klosterort fraktioniert eine aus Deutschland importierte kleine Arnold-Holstein-Anlage erst seit 2014 in den Wicklow Mountains Alkohol und Wasser. Das Gerstendestillat sprudelte vielmehr unter der Aufsicht von Master Distiller Noel Sweeney 2003 aus den großen zwiebelförmigen schottischen Pot Stills der 150 Km nördlich im County Louth gelegenen Cooley Distillery.

Die erste aromatische Prägung erlebte der zweifach gebrannte Spirit im Laufe von 13 Jahren in sehr stark gekohlten Alligator-Char-first-fill-Bourbon-Casks, um danach in leicht getoasteten Dauben eines Puncheons aus Mizunara-Eiche eine fulminante Wandlung des Aromaprofils zu erfahren.

Glendalough Mizunara Fass

»Ein Fass kostet 3.000 Euro. Das Bourbon Cask machte unseren Whisky süß, im japanischen Fass erhielt er Noten von Vanille, Sandelholz und Kokosnuss,« schwärmt Marketing Director und Mitbegründer der Glendalough Distillery, Gary McLoughlin, »die Nachreifung dauerte je nach Mizunara Cask 7, 8 bis 9,5 Monate. Während dieser Zeit verdunsteten bis zu 8% des Inhalts, denn das Holz ist sehr porös. Wir mussten die Fässer mit einem klebenden Brei regelmäßig an verschiedenen Stellen abdichten. Die japanische Küferei versorgte uns vorsorglich mit einer von ihr speziell entwickelten Paste.«

Bourbon Barrels aus dem dichteren amerikanischen Eichholz zeigen hingegen einen geringeren Schwund. Der Angels’ Share erreicht in der Regel lediglich 2% der Füllmenge eines Fasses pro Jahr. Der Whiskey reifte allerdings nicht in der Kühle der Wicklow Mountains, sondern im milden maritimen Klima nahe der südirischen Atlantikküste in Skibbereen in den Lagerhäusern der West Cork Distillers, wo er ebenfalls schonend abgefüllt wurde. »In Glendalough haben wir nur einen Raum für 20 bis 30 Fässer.«

Mizunara, die Magie des Holzes

Japans ältester Küfer Ichitsubo Hidetoshi fertigte die Fässer in der Ariake Böttcherei in Kyto: »Das Holz der Mizunara-Eiche ist sehr schwierig zu verarbeiten, es ist in seiner Struktur sehr porös, weich und tendiert undicht zu werden, das zu verhindern ist sehr problematisch.«

Glendalough Mizunara Fass

Im Vergleich zur amerikanischen Eiche bereichert die japanische mit ihrer höheren Lakton-Dichte einen Whiskey nicht nur mit kräftigen Aromen des Adler-, Sandel- oder Zedernholzes, sondern ebenso mit Anmutungen von Minze, Kokosnuss und Früchten. Die relativ hohe Atmungskapazität der Mizunara-Dauben beschleunigt die oxidative Reifung des Whiskeys in einer kürzeren Periode als dies in Bourbon-Casks der Fall ist. Cooley-Spirit, American Oak und Mizunara-Oak integrieren ihre individuellen Potenziale kongenial, sie bereichern sich gegenseitig und formen gemeinsam einen prächtigen Whiskey, der Nase und Zunge faszinierende sensorische Eindrücke beschert.

Alle Faktoren der Destillation und Reifung münden in eine keinesfalls typisch irische Whiskey-Komposition. Daher sollte der Aromen-Schmeichler unbedingt in jeder flüssigen Bibliothek einer Smoker’s Lounge vertreten sein.

Der »Glendalough Double Barrel Mizunara Cask Finish« wurde mit starken 46% Volumen abgefüllt. »Unsere Whiskeys werden nicht kühlfiltriert, wir möchten ihr natürliches Aromaprofil erhalten, wir färben nicht mit Zuckerkulör, denn unsere Produkte werden so hergestellt, wie dies unsere Großväter taten,« betont Gary McLoughlin die Betriebsphilosophie. Zusammen mit einem ohne Altersangabe veröffentlichten Bourbon-Oloroso-Finish und dem siebenjährigen Bourbon-Port Cask-Finish steht das Glendalough Trio seit kurzem in den Regalen der Fachgeschäfte. Vom Mizunara Whiskey wurden nur 12.000 Flaschen aufgelegt. Eine Hälfte flog nach Nordamerika, die andere verteilte sich auf europäische Märkte. Preis: 75 bis 80 Euro.

Glendalough Double Barrel, Glendalough 7, Glendalough 13. Irish Whiskey.

»Ein in der eigenen Holstein-Anlage gebrannter Pot Still Whiskey wird im August oder September erscheinen. Im kommenden Jahr werden wir einen fünfzehnjährigen Double Barrel Mizunara Finish herausgeben,« informiert Gary McLoughlin von der Glendalough Distillery.

 

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.