Nils Lutterbach

»Lieblingsbar«, Hannover.

Als ersten Ausbildungsberuf beendete Nils Lutterbach 2012 parallel zum Fachabitur eine Tischlerlehre. Danach begann er in Frankfurt am Main als Messebauer zu arbeiten, um Geld für eine Weltreise zu sparen. 2014 begab er sich auf diese Reise, und zwar auf einem 50ccm Moped, mit dem er – mit 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit – 6.000 km bis nach Athen fuhr.

Danach trampte er durch die Türkei, den Iran und die Arabischen Emirate. Nach einem Unfall in Indien kehrte Lutterbach nach Deutschland zurück, wo und begann in Hildesheim ein Architekturstudium. Als er schließlich entschied, andere Wege zu gehen, war der Schritt an die Bar nach einigen Studentenjobs in der Gastronomie sehr naheliegend. »Ich bereue ihn keine Sekunde«, sagt Nils Lutterbach heute.

Nils Lutterbach, lieblingsbar.de

 

www.lieblingsbar.de

 

10 FRAGEN AN DOMINIK M.J. SCHACHTSIEK

 

Wie spät ist es und was machen Sie gerade?

Es ist 11.24 und ich habe gerade gefrühstückt.

Wann wussten Sie, dass Sie Barkeeper werden wollen und warum?

Ich habe schon einiges ausprobiert, bevor ich mich letztlich entschied, an die Bar zu gehen. Genau genommen, bin ich noch kein ganzes Jahr als professioneller Barkeeper tätig. Ich liebe die Vielschichtigkeit dieses Berufes – es ist unmöglich, auszulernen und es ist eine wunderbare Symbiose aus Denk- und körperlicher Arbeit.

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn es Ihren nicht gäbe?

Es gibt vieles, in dem ich mich auch gerne ausprobiert hätte. Journalismus fand ich schon immer sehr spannend.

Worauf könnten Sie keinen ganzen Tag verzichten?

Musik.

Wo und in welchem Jahr wären Sie jetzt gerne für 1 Stunde?

2030 in meiner eigenen kleinen Jazzbar in Hannover.

Was ist das Verrückteste, was Sie je unter Alkoholeinfluss gemacht haben?

Vor einigen Jahren bin ich betrunken auf die Oper in Hannover geklettert. Ein Wunder, dass ich nicht runter gefallen bin oder erwischt wurde.

Was trinken Sie, wenn Sie nicht wissen, was Sie trinken sollen?

Negroni geht immer!

Die absurdeste Drink-Bestellung Ihrer Karriere?

»Blue Lable« mit Orangensaft.

Der absurdeste Bar-Talk mit einem Gast?

Ein Klassiker sind Gäste, die Fragen stellen, um anschießend zu beweisen, dass sie es besser wissen. Spontan fällt mir ein Herr ein, der meinem Kollegen und mir erklärte, Campari wird aus Läuseblut gemacht. Aber was soll man machen – im Zweifel hat der Gast immer recht.

Ihre teuerste Anschaffung in den letzten 10 Jahren?

Ein 1967er Hercules Moped, das immer wieder kaputt geht.

COCKTAILREZEPT

Louis Song

Nils Lutterbach, Louis Song Cocktail

4cl Southern Comfort

2cl Eagle Rare Bourbon

1,5cl Rotweinreduktion (1/3)

2ds Tabak Bitters (The Bitter Truth)

Rotweinespuma auf ca. 30 bis 40 ℃

  • 100 ml Rotweinreduktion
  • 100 ml Salzkaramellsirup
  • 200ml Eiweiß 

Louis Song ist inspiriert vom Jazz. Ein guter Song nimmt den Hörer mit auf eine Reise, kann seine Stimmung verändern und hat eine gewisse Variabilität. Dieser Drink soll genau dies tun.

Louis Song ist erlebbar: Zum Einen ist das Trinken von dem kühlen Drink durch den warmen Espuma schon sehr spannend, zum Anderen nehmen wir Geschmäcker bei verschiedenen Temperaturen unterschiedlich wahr. Bei 30 Grad ist Salz am intensivsten und bei unter 10 Grad sind Bitterstoffe am deutlichsten zu schmecken. 

Wie im Jazz kommen verschiedene Elemente der Erlebbarkeit zusammen und schaffen ein großes Ganzes.  

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