Paul John Cask 1615 und Kanya: Ein typischer Inder? Wie schmeckt er?

Zwei Verkostungsnotitzen vom Subkontinent

Paul John Cask 1615

Nur 216 Flaschen von diesem selbstverständlich nicht kühlgefilterten mit einer natürlichen Fassstärke von 57,67 Vol.-% abgefüllten Single Malt kamen exklusiv auf den deutschen Markt. Die Farbe erinnert an Apfelsaft.

Der Alkohol ist überraschend gut eingebunden und entfaltet keinerlei stechende Noten in der Nase des wohl vierjährigen Whiskys. Paul Hohn Cask 1615, indischer Whisky

Der doppelt aus einer sechsreihigen nordindischen Gerste destillierte, bereits trinkreife Malt präsentiert sich erstaunlich frisch, fruchtig – es sind vorwiegend helle Früchte – durchmischt mit einem komplexen blumigen Bouquet.

Vanille und Honig wetteifern in der Nase. Ein minimaler Rauchton sowie im Hintergrund auftretende Holznoten machen ihn interessant und spannend.

Die frische Süße von karamellisiertem Zucker begeistert auf der Zunge mit kräftigen Malznoten, wobei diese in eine adstringierende von Tanninen verursachte Würzigkeit überleiten. Pfeffertöne entfalten sich explosionsartig und wirken intensiv, die Fruchtnoten hallen lange nach. Der Abgang des erstaunlich weichen, im Bourbon-Fass gereiften Gerstenbrands ist trocken und knackig.

Trotz der relativ hohen Alkoholkonzentration lässt er sich gut ohne die Zugabe von – destilliertem – Wasser genießen. Mit Wasser allerdings öffnen sich tropische Aromen von hellen Früchten und frischen floralen Noten, die lange im Mundraum anhalten. Dieser Whisky beeindruckt mit seiner aromatischen Vielfalt und bestätigt eine meisterliche langsame Destillation sowie die privilegierte Reifung im vorwiegend feucht-warmen Klima Indiens. Nase und Zunge werden von dieser eleganten und harmonischen Paul John-Einzelfassabfüllung keineswegs enttäuscht, jede Probe eröffnet neue anregende Eindrücke. Es ist ein spannender indischer Single Malt.

Preis: ca. 140 Euro.

KANYA – INDISCHE GÖTTIN

Kanya by Paul John, indischer Whisky

Eine sechsreihige heimische Sommergerste formte auch die Grundlage für den zweifach in kleinen Pot Stills destillierten Single Malt Kanya von Paul John aus Indien. Master Distiller Michael d’Souza: »Der Kanya wurde aus unseren ältesten Destillaten von 2009 komponiert. Sie reiften 7 Jahre in first-fill Bourbon Barrels von Buffalo Trace, Maker’s Mark und Four Roses. Kanyas Aromaprofil und Farbe sind vergleichbar mit einem 30 bis 35 Jahre alten Scotch.«

Die Turbo-Reifung ist das Resultat des warmen Klimas von Goa. Die ersten 1.500 Flaschen erschienen im Frühjahr 2018, ein zweites Batch in gleicher Größe soll folgen. Whiskykritiker Jim Murray kürte die Sternengöttin zum Asian Whisky of the Year 2018. In der Tamil-Nadu-Kultur steht Kanya für das Sternkreiszeichen Jungfrau.

Der ohne Altersangabe mit starken 50 Vol.-% abgefüllte, nicht kühlfiltrierte und ungefärbte Whisky glänzt mit einer warmen, dunklen Farbe sowie seinen vielfältigen Aromen. Die Nase umschmeichelt eine Fülle von tropischen Früchten und Gewürzen. Noten von Mango, Maracuja, Feigen, Orangen, Zitronen, karamellisierten Nüssen, Marzipan, Crema Catalana und Honig dominieren.

Eindrücke von Kardamom, Curcuma, Tabak und Zimt mischen sich mit reifen Äpfeln. Auf der Zunge setzt sich der komplexe Spannungsbogen fort. Frucht und Frische verbinden sich mit Süße, gemahlenem Pfeffer und geschnittenen Ingwerwurzeln. Nachklingend erscheinen Milchschokolade und Karamell. Weich und cremig. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden. Aroma und Geschmack schaffen einen Kreis der Harmonie – ein Meisterwerk.

Paul John’s Kanya war die erste Release unserer Sternkreiszeichen-Reihe. Eine zweite limitierte Zodiac-Abfüllung wird in Kürze aufgelegt,« informiert Michael D’Souza, »die Limitierung schwankt zukünftig zwischen 3.000 und 5.000 Flaschen.«

Der Preis pro Flasche liegt bei rund 200 Euro.

 

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