Penderyn: Wisgi aus dem Land der Drachen

Im Gegensatz zu den keltischen Nachbarn Schottland und Irland ist in Wales keine wirkliche Whisky-Industrie zu finden. Neue Distilleries entstanden erst vor wenigen Jahren. Dennoch scheinen die ersten Spuren des walisischen wisgi weit in das vierte Jahrhundert zu reichen.

Reaullt Hir, dem legendären Sagenheld, wird nachgesagt, dass er im walisischen Westen auf der Insel Bardsey in einem Kloster aus Gerstenmalz, Honig und Met einen chwisgi brennen ließ. Die Methoden der Destillation lernten die Mönche angeblich von griechischen Händlern.

Dieser Mythos klingt gut, ist aber erfunden.

Aber wo sind sie nur geblieben, die Welsh Distilleries?

Ein Blick in die Geschichte lehrt folgendes: Im nordwalisischen Frongoch, Llanfor, wurde 1889 eine Welsh Whiskey Distillery Co. Ltd. betrieben, die einen Royal Welsh Whisky bis 1907 herstellte. Belegt ist ebenfalls eine Destillerie in Dale, im südwalisischen Pembrokeshire, die von einer Familie Williams um 1705 betrieben wurde. Ein Spross, Evan Williams, emigrierte jedoch in die USA und wurde einer der Mitbegründer der Bourbon-Industrie in Kentucky. Jack Daniel, der in Lynchburg, Tennessee, ebenfalls eine Distillery gründete, beruft sich gerne auf seine walisische Wurzeln. 

Es dauerte allerdings bis in die 1970er Jahre als die Welsh Whisky Co. mit einem wisgi Cymreig versuchte die walisische Destillierkunst wiederzubeleben. Ein 35 Vol.-% starker Blended Whisky Swn y’ Mor – Klang des Meeres – folgte angeblich einer Rezeptur Reaullt Hirs und wurde daher mit sieben örtlichen Kräutern versetzt. Ein Single Vatted Malt (sic) sowie ein Special Reserve Single Malt Welsh Whisky Prince of Wales von einer Highland Distillery wurden gleichfalls vertrieben.

Blender und Betrüger Dafydd Noel Gittins hatte marketingstrategisch den Mythos um den Helden Reaullt Hirs schlichtweg erfunden. Die Story über einen der ersten walisischen Whisky-Brenner ist frei erfunden. Quellenbelege gibt es keine. Wie ein Wurm zieht sich diese gewiss plausible Geschichte durch die Beschreibungen der walisischen Whisky-Welt.

Vermutlich kamen die Whiskys von der Highland Distillery Tomatin. Die Welsh Whisky Blender aus dem Städtchen Brecon hielten es mit der Wahrheit nicht genau. Die Angaben »Welsh Whisky Chwisgi Cymreig« und der walisische Drache auf den Labels führten Verbraucher in die Irre und suggerierten, dass es sich tatsächlich um Whiskys aus Wales handelte. Die Täuschung erweckte den Argwohn der allmächtigen Scotch Whisky Association (SWA). Ein verlorener Rechtsstreit beschleunigte 1996 die Liquidation der Blender. 

The Welsh Whisky Renaissance 

Mit einer neuen Welsh Whisky Company war 2000 der walisische Whisky im kleinen Ort Penderyn wiederauferstanden. Im Örtchen Hirwaun träumte eine Gruppe von Whisky-Freunden in Alun Evans’ Glancynon Inn von einer Brennerei. Die Initiatoren verwirklichten mit der Gwalia Distillery, nördlich von Cardiff im Brecon Beacons National Park gelegen, ohne großen finanziellen Rückhalt ihr Abenteuer von einem Wisgi Cymreig. 

Öffentlichkeitswirksam präsentierte His Royal Highness The Prince of Wales, am walisischen Nationalfeiertag Saint David’s Day am 1. März 2004, den ersten Penderyn Single Malt Whisky der Welt:

The smoothest wysgi on earth.

Prince Charles Wertschätzung walisischer Destillierkunst dokumentierte sich darüber hinaus in seiner Anwesenheit bei der Eröffnung des Besucherzentrums im Juni 2008. Die Qualität eines Penderyn Single Malt Whisky in natürlicher Fassstärke überzeugte ihn:

Delicious, you don’t get many like that.

Prinz Charles The Prince of Wales

Mittlerweile zeigt sich eine rege Brennereitätigkeit in Wales. Gin Distilleries sprießen überall aus dem Boden. Im September 2016 füllte die Dà Mhìle Distillery bei Llandysul erstmals einen biologischen Welsh Whisky ab. Laut Regularien der EU wurde mit dieser bereits seit 2012 vorwiegend Gin-produzierenden Destillerie Wales eine Whisky-Nation. Die neuerbaute Aberfalls Distillery im nordwalisischen Abergwyngregyn wird wohl im Jahr 2020 den ersten dreijährigen Single Malt in die Regale der Geschäfte bringen. Die Anglesey Môn Distillery stellt nach Aussagen des Distillers und Landwirts Dafydd Thomas noch in laufenden Jahr einen eigenen Single Malt Whisky vor. Weitere Brennereien sind in Planung oder befinden sich im Bau.

Penderyn Whisky: das Besondere

Gerste, Wasser, Hefe, Fermentation, Destillation und Lagerung im Eichenholzfass sind die gleichen Grundprinzipien der Herstellung wie bei den Nachbarn. In den Details gibt es jedoch viele Unterschiede. Schottische Brennereien müssen nach dem Gesetz ihre Maische selbst herstellen und am Ort der Destillation vergären, nicht so bei Penderyn. Die Grundlage für einen Single Malt wurde bis zur Erweiterung der Produktionsanlagen im Jahr 2014 in der größten walisischen Brauerei S.A. Brains & Co. in Cardiff aus reinem Gerstenmalz mit Bierhefe gebraut. Wöchentlich wurde sie zur Distillery gebracht. Das sehr fruchtige beer oder die vergorene wash, wie sie die Schotten nennen, mit einer Alkoholstärke von 8 Vol.-% traf auf eine einzigartige Destillationsanlage. 

Faraday Still Kettle, Penderyn

Dr. David Faraday, ehemaliger Senior Lecturer der University of Surrey und Nachfahre des berühmten viktorianischen Naturwissenschaftlers Sir Michael Faraday, entwickelte eine zweistufige kupferne Kolonnenapparatur, die Alkohol aus Gerstenmalz nur in einem Destillationsprozess herstellen kann. Das innovative Verfahren spart eine Menge Energie. Die Faraday Pot and Column Still  benötigt etwa 40% des Energiebedarfs einer traditionellen schottischen oder irischen Destillationsanlage, denn dort wird entweder in zwei oder drei Brennblasen nacheinander folgend der Spirit fraktioniert. Faradays einzigartige konzeptionelle Schöpfung ist eine Mischung aus einer traditionellen schottischen Pot Still und einer vom Iren Aeneas Coffey erfundenen Column Still, eben eine spezielle Welsh Still.

Unterschied von Schottland oder Irland

Penderyn Faraday Still with Kettle
Die Welsh Single Pot Still ist weltweit einzigartig: ein komplexes System von zwei Kupfersäulen mit sechs integrierten löchrigen Siebplatten in der ersten und 18 in der zweiten Säule. »An der siebten Platte 7 erhalten wir die beste Aroma-Qualität, dort entnehmen wir das Herzstück, aus dem der Penderyn Whisky entsteht«, erläutert Brennmeisterin Laura Davies.

Bei Penderyn war und ist in der Tat einiges anders. Bis 2014 wurde die Faraday Still mit rund 2 500 Litern Brain’s Wash befüllt, heute produzieren die Mashmen das Bier in der Brennerei mit Hilfe eines eigenen Läuterbottichs und sechs Gärbehältern selbst. Die aus dem schottischen Prestonpans kommende zweiteilige Säulenkolonne mit insgesamt  6 und 18 Siebböden brennt aus 100 % gemälzter Gerste ein reines Destillat. Das Herzstück erreicht einen Alkoholgehalt von sagenhaften 86 bis 92 Vol.-%. Derartige Alkoholstärken sind bei schottischen – ca. 70 Vol.-% – und irischen Pot-Still-Verfahren – ca. 82 Vol.-% – eher ungewöhnlich. Mit einer langsamen »trop by drop distillation« oder Tröpfchen-Destillation, die acht Stunden dauert, entstehen 200 bis 220 Liter Spirit mit einem sehr hohen Reinheitsgehalt, der dennoch eine dezente frische Fruchtigkeit ausstrahlt.

Ein intensiver langanhaltender Kupferkontakt während des Abtriebs der Alkoholdämpfe ermöglicht die Herstellung eines sehr reinen und leichten Destillats. Die Höhe der Säulen und mehrere perforierte Kupferplatten bewirken eine ständige Rückführung der schweren Alkohole in den Kessel. Die Aromaplatten verlangsamen den Abgang der Alkoholdämpfe wie er in dieser Art mit traditionellen schottischen oder irischen Kupferbrennblasen in der Regel nicht erreicht wird.

«Es fehlen die Unreinheiten und dennoch behält unser new make delikate Aromanoten von Zitrus, Minze und grünem Apfel«, freut sich die junge ambitionierte Distillery Managerin Laura Davies, »der Spirit zeigt intensive Esternoten. Er ist sehr leicht«.

Laura Davies, Distillery Manager, Penderyn
Laura Davies, Distillery Manager

 

Die Waliserin folgte 2012 Gillian (Howell) MacDonald, die acht Jahre die Geschicke der Brennerei leitete. Sofort nach ihrem akademischen Abschluss BSc an der University of Glamorgan kam Laura in eine Führungsposition. Das intensive training on the job qualifizierte die Jungakademikerin für die praktischen Tätigkeiten. Wie so oft, war sie als Studentin zur richtigen Zeit am richtigen Ort, da Laura während der Semesterferien und des Studiums im Visitor Centre arbeitete. Damals fielen ihre olfaktorischen Potenziale dem Distillery-Berater und Master Blender Dr. James Swan – seit 2002 – auf und beschleunigten ihre Promotion in eine Führungsrolle. Mittlerweile leitet sie ein Team von acht Kollegen, steuert und kontrolliert die gesamten Abläufe der Brennerei.

Natur, Berge und Täler

Das Örtchen Penderyn liegt am Fuße der in der Eiszeit entstandenen rolling hills. Die fast 900m hohen Brecon Beacons sind bei Wanderern sehr beliebt. Der hauseigene Brunnen an der Brennerei fördert aus der karbonischen Kalksteinformation ein qualitätsvolles Wasser, dessen hoher Kalziumanteil in einer Osmose-Anlag enthärtet wird. »Unser Wasser aus den Brecon Hills nimmt eine Schlüsselrolle bei der Produktion und beim Abfüllen unseres Single Malts ein«, erklärt Laura.

Rolling Hills
Rolling Hills in Wales – die beliebte Wandergegend beherbergt den kleinen Ort namens Penderyn

 

Mit dem ersten Destillat begann am 14. September 2000 eine neue walisische Whiskyperiode. Die new makes reiften in den ersten Jahren in einem winzigen warehouses am Destillationsort in Bourbon-Fässern der Jack Daniel Distillery von Tennessee und der Evan Williams Heaven Hill Distillery von Kentucky. Da keinerlei primäre Erfahrung lehrte wie ein Penderyn-Spirit in den Fässern heranreift, wurden anfänglich unterschiedliche Fassqualitäten getestet, um nach der besten harmonischen Fasswirkung zu suchen. Wo früher Barrels lagerten, betrachten die Besucher seit 2008 eine höchst lehrreiche Ausstellung zu Geologie und Geschichte des walisischen Whiskys und verkosten in einem Tasting Lounge die Penderyn-Produkte.

»Seit 2005 befüllen wir first-fill-Fässer aus der vielfach preisgekrönten Buffalo Trace Distillery, denn darin reift unser Whisky besonders gut«, beschreibt die Master Blenderin Aista Jukneviciute – sie stammt aus Litauen –  den Reifungsprozess der Gerstendestillate. Die ehemalige Lehrerin und Master of Engineering der technischen Universität Kaunas kam zur gleichen Zeit wie Laura 2012 in das Team. Anfänglich verantwortete sie zusammen mit Jim Swan das Spirituosen-Portfolio von Penderyn. Der Holz-Experte Swan lehrte sie die Reifewirkung der Fässer und führte Aista in die Verfahren des Blendings ein.

Penderyn; Aista Jukneviciute, Master Blender und Master Distiller
Trainee-Blenderin Bethan Morgan und Aista Jukneviciute, Master Blender und Master Distiller

 

Heute ist die junge Mutter alleine verantwortlich für die aromatische Entwicklung der Penderyn Whiskys. »Es ist für mich immer wieder eine große Herausforderung, ein eindrucksvolles aromatisches Profil zu finden. Der Entstehungsprozess und das Ergebnis sind sehr spannend und erfüllend zugleich«. Die Ergebnisse diskutiert die Masterblenderin im Team mit ihrer Kollegin Laura und der jungen Trainee-Blenderin Bethan Morgan. Auf das Erreichte und die weltweite positive Resonanz auf ihre Whiskys kann Aista sehr stolz sein. So erhielt im Juli 2019 ihre Kreation Penderyn Single Malt Rich Oak von der Londoner International Wine and Spirits Competition – IWSC – eine Goldmedaille – und erreichte in der Blindbewertung 95 von 100 Punkten. 

Der Penderyn House Style, was ist das?

 »Nach einer Reifezeit von mindestens drei Jahren, in der Regel etwas mehr als fünf Jahre erfährt unser Whisky für mindestens sechs Monate eine zweite Reifung in portugiesischen Madeira-Fässern«, erklärt die junge Master Blenderin Jukneviciute. Durch diese Fässer, in denen ehedem ein kräftiger Insel-Wein unter Sauerstoff reifte, erhält der Whisky ein aromatisches Madeira-Finish. Seine jugendlich frischen Alkoholnoten werden gemildert, geschmeidiger und weicher. Der legendäre Dr. James Swan hatte dieses Reifeverfahren empfohlen:

»Which helps to improve its delicacy of flavour … Madeira Casks should develop rich toffee, cream, raisin type flavours which will also combine with the fruity flavour from a Bourbon barrel«. Der Schotte aus East Lothian war der Lehrer von Laura und Aista. In Gesprächen wird sehr deutlich, sie sind ihm noch heute dankbar für das viele Wissen und ehren ihn nachhaltig in häufigen Anmerkungen. Denn Penderyns erster Master Distiller modifizierte die Gärprozesse, entwickelte die Destillationsverfahren und prägte mit seinen theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten den Penderyn Style.

In den Anfangsjahren hatten die ersten Betreiber der Brennerei aus ihrer Not den anerkannten Wissenschaftler und Forscher Jim Swan um fachlichen Rat gebeten. Es war einer seiner ersten Aufträge, die ihn in die ganze Welt von Islay in die Bretagne nach Indien bis Taiwan führen sollten. Dr. Jim Swan nahm die Herausforderung an und entwickelte Penderyn, denn die Brennereigründer hatten vom Whisky-Machen keinerlei Ahnung. Dr. Swan war ein Glücksfall für die Entfaltung der Whiskys aus Penderyn.

Penderyn

»60 bis 80 % der Aromen erhält der Whisky durch eine Reifung im Eichholzfass«, betonte die weltweit anerkannte Koryphäe Jim Swan. Die unterschiedliche Reifewirkung der vorbelegten Fässer macht sich Aista ebenfalls beim Ausbau ihrer Whiskys zunutze. Daher werden neben Bourbon-Fässern und portugiesischen Madeira-Fässern für den »Penderyn House Style« auch spanische Oloroso-Sherry-Fässer oder portugiesische Port-Pipes mit den Destillaten belegt. Mehr als zufällig bei Penderyn sind kleine schottische second-fill-Quarter Casks (125 l), in denen zuvor rauchiger Islay Whisky der Brennerei Laphroaig reifte.

»Mittlerweile benutzen wir unser Fässer bis zu drei Mal«, berichtet die Brennmeisterin, »da unser Whisky nicht so lange reift wie in Schottland«. Dies ist ja auch kein Wunder, denn der Faraday-destillierte Whisky ist bereits im jungen Alter trinkreif und erhält durch eine zweite, etwa sechsmonatige Prägung in portugiesischen oder spanischen Fässern weitere Aromen und Farbpigmente, die ihn komplexer und damit geschmacklich interessanter und abwechslungsreicher machen.

Warehouse Penderyn
Im eigenen Lager reift der Whisky nach europäischem Recht mindestens drei Jahre in der Mehrzahl in Eichenholzfässern. Im Gegensatz zu Irland und Schottland gibt es keine walisischen Regularien. Es gilt derzeit noch die Spirituosenverordnung der Europäischen Union.

 

Auge, Nase und Zunge werden auf eine spannende sensorische Reise geschickt, um Noten von Karamell, Rosinen, grünem Apfel, Zitrus, Karamell, Honig, Vanille, Zimt, Süße, Pfeffer, Ingwer, Mandel und/oder Rauch zu entdecken. Aistas Experimentierfreude mit unterschiedlich vorbelegten größeren und kleineren Fässern, aber auch Hölzern wie Kastanie führt sie zu abwechslungsreichen Aromaprofilen. Aista ist eine Meisterin ihres Fachs, denn ihre Whiskys beweisen ihre Eigenständigkeit und ihre Kompetenz. Sie wird in Zukunft kontinuierlich weitere Produkte entwickeln und den aromatischen Charakter der Penderyn Whiskys entfalten.

Großen prägenden Einfluss auf die Produktions- und Reifungsprozesse des Penderyn Whisky nahm von 2002 bis 2017 der Whisky-Wissenschaftler Swan. Von Beginn an prägte er zunächst als technisch-wissenschaftlicher Berater, dann als Master Distiller und Master Blender mit seinem Fachwissen nachhaltig das Aromen- und Geschmacksprofil des walisischen Whiskys. In aktuellen Gesprächen wird der von allen im Penderyn-Team hochgeschätzte sowie beliebte Schotte mehrfach als derjenige genannt, dessen technische Produktionsregeln noch heute als verbindlich gelten.

»Wir halten uns stets an seine Vorgaben beim Abtrennen Herzstücks«, erklärt Laura ihre Arbeitsweise. Somit lebt der Geist von Dr. Jim Swan weiter. Das Penderyn Team produziert mit Begeisterung und hoher Motivation eine Vielfalt von Spirituosen von Gin, Wodka, Likör bis hin zu Single Malts. Schonend gefiltert, abgefüllt und verpackt werden die Produkte in der eigenen Anlage im nahegelegenen Dorf Hirwaun, wo einst Penderyns Geschichte in einem Inn begann. Mittlerweile beschäftigt der Betrieb rund 60 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber in einer strukturschwachen Region.

Expansion … neue Märkte

Seit 2013 arbeitet in der Brennerei eine zweite von den Kupferschmieden Forsyth gefertigte Faraday Still. Sie ist eine exakte Kopie der ehemals aus einem von der EU geförderten Forschungsprojekt der ehemaligen University of Surrey entstandenen Brennanlage. Ebenfalls aus Rothes kam ein Paar typisch schottische Brennblasen. Die onion shaped pot stills fraktionieren in einer doppelten Destillation einen nichtrauchigen Gerstenspirit. »Er ist kräftiger, öliger und opulenter in den Aromen und im Geschmack«, vergleicht Laura Davies den New Make mit dem Faraday-Spirit. Beide Sorten wird ihre Kollegin beim Blenden verwenden, um so die Vorzüge des einen mit denen des anderen in einem Vatting zu addieren.

Penderyn Destille

Bis heute steigt die Nachfrage weltweit. »2004 verkauften wir 50 000 Flaschen, jetzt rund 200 000 Penderyn Whisky«, freut sich CEO Stephen Davies. »Wir arbeiten rund um die Uhr, sieben Tage die Woche«. Größte Märkte sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland und natürlich die U.S.A. Neue Vertriebsnetze erschließt der ideenreiche Sales and Technical Director Giancarlo Bianchi für das unabhängige Unternehmen in Europa, Asien, Australien und Südafrika. Penderyn Distillery erreichte mit seinem »smoothest wysgi« ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Whiskyindustrie: Es ist der Whisky mit einem ausgeprägten walisischen Charakter, Aur Cymru, den Laura, Aista und ihr Team nunmehr qualitativ selbst bestimmen.

Anfangs war die Produktion und das Portfolio der Waliser überschaubar. Größter Absatzmarkt wurde mit den Jahren das Vereinigten Königreich (60%). Das Umsatzvolumen liegt bei 12 Millionen Pfund. Direktor Davies ist stolz auf sein ehrgeiziges Team und das bisher Erreichte. Seit erst 7 Jahren schreibt die Gesellschaft schwarze Zahlen. »Wir begannen ohne eine ausreichende Finanzdecke. Heute vertreiben Harrods, Asda, Tesco, Waitrose und alle großen Supermarktketten unsere Spirituosen, selbst die Luxushotels Ritz und Savoy in London gehören dazu. Früher lachte man über uns, als wir von unserem Welsh Whisky erzählten«.

Eine Basis für den wirtschaftlichen Erfolg schufen 40 private Investoren, darunter Mitglieder des Managements sowie Mitarbeiter. Einen entscheidenden Anteil am Erhalt und Fortbestand der Brennerei hatte Großinvestor Nigel Vernan Short. Mit ihm kam 2003 eine dringend notwendige finanzielle Konsolidierung und Ruhe in das Unternehmen, den nur mit Enthusiasmus war eine Brennerei bei den hohen Material-, Energie- und Personalkosten nicht zu führen.

Eine strategische Neuausrichtung schuf die Grundlagen für den wirtschaftlichen Erfolg. Der in der Region gebürtige Unternehmer Short verdiente in der Stahlindustrie ein Millionenvermögen. Ihn überzeugte das Potenzial von Penderyn. Der Vorsitzende des Gesellschafterausschusses ist mit rund 2/3 der Anteile neben der Brauerei Bains der größte Shareholder. Notiz am Rande: Stephen Davies war in der ehemaligen Firma Short Bros. Development Ltd. eine tragende Führungskraft.

Penderyn Distillery Direktor Paul Davies
CEO Stephen Davies leitet seit 15 Jahren die Geschicke der Penderyn Distillery.

Der ehemalige walisische Stahl-Manager ist voller Ideen und blickt zuversichtlich in die Zukunft: »In Planung sind zwei Craft-Distilleries, eine in Swansea und eine in Llandudno. In beiden werden wir mit Faraday Stills einen nicht-rauchigen und einen rauchigen Spirit destillieren«. Auf dem Gelände der größtenteils abgerissenen Hafod Morfa Kupferwerke am Fluss Tawe soll nahe des Liberty Stadium eine Brennerei entstehen.

In einem früheren Copper Mill Gebäude investiert Nigel Short in eine Erlebnisbrennerei, die jährlich weit über 50 000 Besucher begeistern soll. Im Rahmen des aktuellen regionalen Twenty Business Growth Programmes fließen EU Gelder – kein Brexit vorausgesetzt – ebenfalls in den Bau einer zweiten kleinen Distillery. In einem nichtgenutzten Schulgebäude des größten nordwalisischen Badeorts Llundudno wird ein Tourist Hot Spot entstehen. »Dort werden wir einen rauchigen Spirit brennen«, erklärt Chief Executive Stephen Davies optimistisch.

Deutschland wurde nach der Übernahme des Vertriebs von Schlumberger (Meckenheim) zu einem schnell wachsenden Markt. Verkaufsleiter Andrea Caminneci kümmert sich um das breitgefächerte Portfolio. Der erst kürzlich ernannte Brand Ambassador Bastian Denkler wird den Bekanntheitsgrad der wisgi aus dem Land des Drachen hierzulande merklich steigern. Whisky-Papst und Autor des Bestsellers Whisky Bible Jim Murray macht den Welsh Whisky international populär. Hergestellt werden die Whiskys ohne eine Kühlfiltrierung. Außerdem verzichtet Penderyn bewusst auf die Zugabe von Farbstoffen.


Penderyns Palette

Pendery Madeira Finish

Penderyn Madeira Finished Single Malt, 46 Vol.-%

Der Hausstil-Whisky wurde wurde 2012 auf der International Whisky Competition mit einer Goldmedaile als »Best World Whisky« prämiert. Die Grundreifung erfolgte Bourbon-Fässern und die Nachreifung in Madeira-Fässern. Daher die leicht rötliche Erscheinung. 

Aroma: leicht, fruchtig, Vanille, sehr delikat

Geschmack: etwas Rosinen, leicht cremig, fast ölig, angenehme Würze, Hauch von Schokolade 

Nachklang: mild und würzig   

Info: nicht gefärbt, natürliche Farbe und nicht kühlgefiltert, junger Whisky ohne Altersangabe, etwa drei bis fünf Jahre im Buffalo Trace Bourbon-Fass gereift und danach für sechs Monate in Madeira-Wein Fässern nachgereift.

UVP: ca. 45 Euro


Penderyn Sherry Wood Single Malt, 46 Vol.-%

Aroma: dunkle Früchte Rosinen, Feigen, Karamell, Sherrytöne, kräftig, etwas leicht alkoholisch

Geschmack: süß, würzig, weich, Hauch von Mandeln, Sherry-Noten 

Nachklang: trocken, lang anhaltend und angenehm 

Info: nicht gefärbt, natürliche Farbe, ist dunkler im Farbton als der Penderyn Madeira, was auf die Reifung im Oloroso Sherry Fass deutet. Nicht kühlgefiltert wird der Whisky ohne Altersangabe wie bei Penderyn üblich in Flaschen gefüllt. Bei den ersten Batches und den nunmehr folgenden reifte ein Teil von etwa 70% der Whiskys in Buffalo Trace Bourbon Fässern und die anderen in spanischen Seasoned Oloroso Sherry Fässern. Beide Teile wurden aus 35,- fünf- bis 10-jährigen Whiskys miteinander verschnitten.

Offizielle Verkostungsnotiz: »… sein Aroma zeichnet sich durch dunkle Früchte, Karamell, grüne Äpfel und Haselnuss aus. Der Geschmack ist zuerst süßlich, in der Mitte erfrischend trocken und im Nachklang sind Karamell- und Sultaninen-Aromen zu schmecken.« Aromatisch ist er eine wohltuende Überraschung! Erhielt eine Goldmedaille des deutschen IWS – Internationalen Spirituosen Wettbewerbs.

UVP: ca. 45 Euro


Penderyn Port WoodPenderyn Port Wood Single Malt, 46 Vol.-%

Der Waliser wurde zunächst in Bourbon Barrels von Buffallo Trace in Kentucky gereift, um seine abschließende aromatische Prägung in Portweinfässern zu erhalten. PR: »Walisisches Gold (Aur Cymru – walisisches Gold) ist eines der seltensten und kostbarsten in der Welt und befindet sich nicht ohne Grund in der royalen Kronjuwelensammlung der britischen Königsfamilie. Ebenso kostbar ist auch Penderyn, der einzige Whisky aus Wales. Ein einzigartiger und wirklich besonderer Whisky.

Verkostungsnotizen: reiche Aromen von Trockenobst mit frischen Brombeeren und Bitterschokolade begleiten den goldbraunen Tropfen ins Glas. Anschließend entfalten sich frische Noten von Honig und tropischen Früchten in der Nase … Ein charakterstarker Whisky mit überzeugender Süße im Nachklang. Durch die Reifung im Portweinfass erlangte dieser Single Malt seine intensiven Fruchtnoten. Er passt sehr gut als Digestif, pur oder auf Eis serviert, mit oder ohne eine Zigarre ein Genuss!«

Erhielt 2019 eine Goldmedaille der britischen IWSC – International Wine and Spirit Competition.

UVP: ca. 70 Euro


Penderyn Rich Oak Single Malt, 50 Vol.-%

Small Batch Release nur aus drei Bourbon Casks der preisgekrönten amerikanischen Buffallo Trace Distillery, die Dr. Jim Swan für das Vatting auswählte. Noten von Apfel, Banane und exotischen Früchte wie auch Vanille, Karamell sowie Crème brûlée prägen diesen weichen, cremigen Whisky. Erhielt eine Goldmedaille des deutschen IWS –Internationalen Spirituosen Wettbewerbs.

UVP: ca. 80 Euro


Penderyn Rich Oak Single MaltPenderyn Rich Oak Single Malt, 46 Vol.-%

Im Sommer 2019 erhielt der Rich Oak eine Goldmedaille in der International Wine and Spirits Competition, London. Die Whiskys des Single Malts prägten zuerst Bourbon Barrels und danach speziell aufbereitete europäische Rotweinfässer, die mit Stahlbürsten ausgerieben, getoastet und erneut ausgekohlt wurden. Die neu entstehenden Holzschichten wirkten aktiv auf die Destillate und gaben den Whiskys fruchtige Noten sowie einen würzigen und eleganten Eichenholzcharakter. Erhielt 2019 eine Goldmedaille der britischen IWSC – International Wine and Spirit Competition. 

Offizielle Tasting Notes

Nase: Auf Zartbitterschokolade, Zimt und der Würze von schwarzem Pfeffer, folgen üppige Aromen von Früchten wie grüner Apfel, Mango, Banane und Guave.

Gaumen: Reichhaltig und komplex. Die cremige Textur mit Noten von Vanille, Eiche, Zimt und einem Hauch von nussigem Toffee geben ein angenehmes Mundgefühl.

Finish: Auf cremige Vanille folgt eine elegante Holzwürze, die lange anhält.

UVP: ca. 55 Euro


Penderyn Peated, 46 Vol.-%

Reifte in Quarter Casks von Laphroaig. Leichte und angenehme Rauchnoten. Ein gelungener Einstieg in die Welt der rauchigen Whiskys. Wales und Islay in einem Glas. Offizielle Verkostungsnotizen: »Dieser süßlich-rauchige Whisky (46 Vol.-%)) besitzt einen mittleren torfigen Charakter und einen leichten Goldton. Er zeichnet sich aus durch seine Noten von Vanille, grünen Äpfeln und erfrischenden Zitrusfrüchten.«

UVP: ca. 55 Euro


Penderyn Dylan ThomasPenderyn Dylan Thomas Sherry Wood Single Malt, 41 Vol.-%

Gereift in Oloroso-Fässern, gewidmet dem walischen Dichter Dylan Thomas, Nr. 3 von geplanten 50 Special-Bottlings.

UVP: ca. 55 Euro


Penderyn Icons of Wales Bryn Terfel WhiskyPenderyn Icons of Wales Bryn Terfel Whisky, 41 Vol.-%

Es ist eine Hommage an die walisische Ikone, Sir Bryn Terfel Jones, einem berühmten Opernsänger aus dem Land der Drachen. Der Bryn Terfel Whisky erschien erstmals 2016. 

Offizielle Tasting Notes 

Nase: Sanft und cremig. Es gibt Noten von Honig, Vanilleeis und einem Hauch von Bananenchips.

Gaumen: Der erste Eindruck ist gut abgerundet und reich, voll von Früchten, süßen Äpfeln, Vanille und einem Ton, der nostalgische Erinnerungen an einen Banana Split hervorruft.

Finish: Zunächst kräftiger Honig, gefolgt von einem weiteren nostalgischem Aroma – Cream Soda – und ganz zum Schluss Noten von anhaltendem würzigen Holz.

Selbstverständlich wird auch dieser Waliser ohne Zugabe von Farbstoffen abgefüllt.

UVP: ca. 70 Euro


Penderyn Dry Peated, 41 Vol.-%

Diese Penderyn Variante ist der vierte Whisky einer Serie von geplanten fünfzig Releases. Er erinnert an das Rugbyspiel vom 27. Januar 1973, bei dem eine britische Auswahlmannschaft, Barbarians genannt, gegen die All Blacks von New Zealand hoch gewann (23:11). Sie erzielten das beste Ergebnis aller Zeiten. Die schwarze Umverpackung erinnert an die Team-Farben sowie mit einer Zeichnung an die Rugby-Legende Gareth Edwards.

UVP: ca. 55 Euro


Penderyn Celt

Penderyn Celt, 41 Vol.-%

Reifte in Bourbon Casks aus amerikanischer Eiche und danach für einige Monate in Laphroaig Quarter Casks (125 l). Offizielle Verkostungsnotizen: »Milde Aromen von Torfrauch, Impressionen von frühen Morgenstunden an einer felsigen Küste mit warmem Toast und Orangenmarmelade. Ein frischer und klarer Whisky, der vom ersten Moment an Vergnügen bereitet. Am Gaumen zunächst süß, gesellen sich dann rauchige und leicht medizinische Aromen hinzu. Im Nachklang eine leichte Bitterkeit, die einer langanhaltenden Frische weicht.«

Dieser Single Malt reift in ehemaligen Bourbon Barrels aus amerikanischer Eiche. Das anschließende Finish erfolgt in mit Laphroaig vorbelegten Quarter Casks ebenfalls aus amerikanischer Eiche.

UVP: ca. 40 Euro


Penderyn LegendPenderyn Legend, 41 Vol.-%

gereift in Bourbon Casks von Buffalo Trace und gefinisht in Madeira Fässern. Offizielle Beschreibung: „Das Wappentier von Wales, der rote Drache, bildet das farbliche Hauptelement der walisischen Flagge. Er verkörpert Wales und die stolze walisische Identität. Als moderne Single-Malt-Brennerei ist Penderyn stolz auf seine walisischen und keltischen Ursprünge und richtet sich dennoch immer wieder neu aus, intuitiv und voller Inspiration. Verkostungsnotizen: delikate Süße mit einer spannend bitteren Note. Aromen von frischen Äpfeln, Zitrusfrüchten, Sahnekaramell und Sultaninen machen diesen komplexen, aber dennoch frischen und ausbalancierten Whisky aus.«

UVP: ca. 35 Euro


Penderyn MythPenderyn Myth, 41 Vol.-%

Ein Vatting aus Whiskys, die in Bourbon Casks von Buffalo Trace und in Rotweinfässern reiften. 

UVP: ca. 40 Euro

 

 

Zur Anregung

Five years have past; five summers, with the length
Of five long winters! and again I hear
These waters, rolling from their mountain-springs
With a soft inland murmur.—Once again
Do I behold these steep and lofty cliffs,
That on a wild secluded scene impress
Thoughts of more deep seclusion; and connect
The landscape with the quiet of the sky.
The day is come when I again repose
Here, under this dark sycamore, and view
These plots of cottage-ground, these orchard-tufts,
Which at this season, with their unripe fruits,
Are clad in one green hue, and lose themselves
'Mid groves and copses. Once again I see
These hedge-rows, hardly hedge-rows, little lines
Of sportive wood run wild: these pastoral farms,
Green to the very door; and wreaths of smoke
Sent up, in silence, from among the trees!
With some uncertain notice, as might seem
Of vagrant dwellers in the houseless woods,
Or of some Hermit's cave, where by his fire
The Hermit sits alone.

William Wordsworth (1770-1850) Einer der einflussreichsten Lyriker der britischen Romantik. Wordsworth beschreibt die Empfindungen und Gefühle, die er während eines früheren Besuchs der am River Wye liegenden Klosterruine durchlebte. Gemäß seines Prinzips »emotion recollected in tranquility« entführt uns der poet laureatus mit wenigen Worten in eine stimmungsvolle entspannte Atmosphäre der zerstörten Zisterzienserabtei.

 

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