Tullamore D.E.W. Caribbean Rum Cask

Die Karibik duftet.

Es leuchtet nicht das traditionelle Grün der Emerald Isle, sondern das sonnige Türkis der Karibik. Die Farben der Kapsel und des Etiketts entführen uns zu Stränden und Palmen Südamerikas. Urlaubsfeeling ist angesagt. Die Aufmachung der irischen Neuerscheinung »Tullamore D.E.W. CARIBBEAN RUM CASK FINISH« ruft euphorische Empfindungen hervor. Der schottische Markeneigentümer William Grant & Sons bringt einen 43 Vol.-% starken Irish Blend in die Regale des Einzelhandels, der das »Tully«-Portfolio zukünftig ergänzen wird.

Ausgefeilte Herstellung als Grundlage …

Der dreifach destillierte Whiskey ist ein Verschnitt aus Grain-, Malt – und Pot Still Whiskeys, die jeweils in unterschiedlichen Fasskulturen geprägt sind. Die Aromaprofile der Grain- und Malt Whiskies wurden in first- und second-fill Bourbon Barrels geprägt, während die Pot Still Destillate in first-fill Bourbon- und ehemaligen Sherry-Fässern heranreiften. Wie lange sie dies in den vorwiegend aus amerikanischer Eiche aufgebauten Gebinden taten, wird nicht berichtet. Eine Altersgabe fehlt.

Die im D.E.W. miteinander verheirateten Whiskeys können daher unterschiedlich alt sein. Frische Alkoholnoten deuten auf die Anwesenheit junger Spirits hin. Die aus gelbem Mais in Kolonnen fraktionierten Grain-Spirits bringen einen kräftigen Schwung Süße und Milde ein, während der in riesigen kupfernen Brennblasen aus gemälzter Gerste gebrannte Malt-Spirit für die fruchtigen Aromen sorgt. Der aus einer Mischung ungemälzter und gemälzter Gerste gleichfalls in Brennblasen destillierte typisch irische Pot Still Spirit erzeugt einen anhaltenden würzigen Geschmack. Am Ende vollzieht sich in karibischen Rum-Fässern eine magisch Wandlung des Aromaprofils. In nur etwas mehr als drei Monaten verzaubern diese Eichenholzfässer den Blended Irish Whiskey in eine vielschichtige und bemerkenswert attraktive Persönlichkeit.

… bis zum Finishing

Das Finishing – eine zweite Reifungsphase – erlebte der Blend in den Warehouses der neuen Tullamore Brennerei. In der State-of-the-Art Distillery werden erst seit September 2014 Pot Still Spirits, seit Januar 2015 Malt Spirits und seit Oktober 2017 Grain Spirits in großen Mengen produziert. Daher können nicht alle der im Tullamore »D.E.W. CARIBBEAN RUM CASK« zusammengeführten Whiskeys aus der erst kürzlich in Clonminch im County Offaly neu errichteten Anlage stammen.

Die Grain- und Pot Still Destillate wurden 200 km südlich in den modernen Midleton Distilleries der Pernod Ricard Group im County Cork gebrannt und durften dort in gigantischen Paletten-Lagerhäusern mindestens drei Jahre reifen. An diesem Standort ist eigentlich die neue Heimat des meistverkauften irischen Whiskeys Jameson. Der dreifach gebrannte Malt Whiskey hingegen sprudelte aus den Brennblasen der 1784 gegründeten nordirischen Bushmills Distillery. Bis Master Blender Brian Kinsman einen echten Tullamore D.E.W. aus eigenen Whiskeys der neuen Brennanlage kreieren kann, werden noch einige Jahre vergehen.

Der international stets präsente Global Brand Ambassador, John Quinn, erklärt: »In unserer Tullamore Destillerie experimentieren wir ständig mit unserem Whiskey. Der neue Tullamore D.E.W. XO Caribbean Rum Cask Finish ist eines von vielen Ergebnissen, die inspiriert wurden von unserer vielschichtigen Kampagne The Beauty-of-Blend. Für den neuen Rum Cask haben wir etliche karibische Rumsorten getestet und sorgfältig die Fässer ausgesucht, in denen zuvor Demerara-Rum gelagert wurde. Sie verleihen unserem Original Triple Blend die unverwechselbaren Aromen von tropischen Früchten und Gewürzen.«

Was ist das Zaubermittel?

In den vergangenen Jahrhunderten reifte irischer Whiskey oft in Rumfässern, denn die Iren tranken karibischen Rum in Hülle und Fülle. Die leeren Transport-Fässer aus der Karibik wanderten direkt von den Importeuren in die Brennereien. Im 17. Jhd. waren unter den Siedlern in der neuen Welt auch irische und schottische Küfer. Sie bauten die ersten Fässer aus amerikanischer Weißeiche auf. In ihnen wurde der westindische Rum ausgebaut und nach kurzer Reife in die Zentren Cork, Dublin oder Belfast verschifft.

Es wird berichtet, dass man zu dieser Zeit mehr als 50.000 Iren – darunter Verurteilte und Strafgefangene – zwangsweise in die Karibik umsiedelte. Da überrascht es keineswegs, dass sie die Destillierkunst des uisce beatha – Wasser des Lebens – in der neuen Heimat praktizierten. Nicht die in Irland übliche Gerste oder Rüben waren der Grundstoff für den neuen Spirit, sondern der Saft des im Überfluss in Mittelamerika wachsenden Rohrzuckers.

 

Zuckerrohr
Zuckerrohr ©The Gateway to Distilleries

 

Ein neuer Spirituosen-Typ – Rum – wurde geboren.

Historie verbindet. Somit ist es nicht verwunderlich, dass das Team um Master Blender Brian Kinsman sich auf die Suche nach exzellenten Rum-Fässern begab. Im südamerikanischen Guyana – Nachbarn sind Venezuela und Suriname – wurden sie an der Mündung des Demerara River fündig. An den Ufern des Flusses gedeiht Zuckerrohr prächtig und wird sogar zwei Mal im Jahr geerntet, gehäckselt und gepresst. Der süße Saft wird zu Melasse raffiniert.

 

Melasse
Melasse ©The Gateway to Distilleries

 

Daraus produzieren die Demerara Distillers von Georgetown jährlich 26 Mio. Liter Alkohol, den sie im Eichenholz zu Rum reifen lassen. Kunden sind Diageo, Beam-Suntory oder Hiram Walker. Unter dem Label El Dorado vertreiben die Distillers seit 1992 ein breites Portfolio, das ihren Rum aus Guyana national und international in Kennerkreisen bekannt und beliebt machte.

Caribbean Rum, was ist das?

Die Anfänge der Diamond-Brennerei in Georgetown reichen zurück in das Jahr 1670. Zuckerrohrproduzenten der Diamond Plantation taten sich als Distiller zusammen, um die Melasse zu veredeln und die Gewinne zu steigern. Einzigartig ist die heutige technische Ausstattung. Sie erlaubt den Brand von 9 verschiedenen Destillaten. Große Mengen hochprozentige Alkohole sprudeln aus 6 Rektifikationskolonnen. Welteinmalig destilliert seit 1880 eine nur aus lokalem Hartholz gefertigte Coffey Still einen komplexen Spirit. Bei zwei anderen Brennblasen bestehen die Kessel gleichfalls aus Holz, während Schmiede Helme sowie Geistrohre aus Kupfer dengelten. Der darin doppelt destillierte Spirit ist auf Grund des immensen Holzeinflusses sehr aromareich und ölig – die perfekte Grundlage für einen Navy-Rum.

 

El Dorado Rum Fässer; https://www.skurnik.com/el-dorado-rum-a-taste-of-demerara/
El Dorado Rum Fässer Copyright-Link

 

Ausgebaut wird der El Dorado Rum in ehemaligen 200 Liter großen Reifefässern aus amerikanischer Weißeiche. Sie kommen in großer Zahl aus den Brennereien in Kentucky, die ihren Bourbon darin reifen ließen. Das tropische Klima und die warmen Temperaturen bewirken eine weiche, süße und höchst aromatische Spirituose mit intensiven Fruchtnoten, die so typisch für den Demerara-Rum sind. Die Guyana-Turbo-Reifung an der atlantischen Küste generiert einen Rum, der bereits mit 8 Jahren einen Reifezenit aufweist, den man in kälteren Regionen erst mit 16 Jahren erreicht.

Rum meets Whiskey

Erstklassiges Holz wirkt intensiv auf die von Brian Kinsman im Vatting »verheirateten« Whiskeys. Das Ergebnis einer etwa dreimonatigen in den Demerara-Rum-Casks vollzogenen Nachreifung überrascht die Nase mit ausdrucksstarken Düften, hervorgerufen vom Demerara-Rum der Diamond Distillery, der die Dauben für mehr als 6 Jahre durchdrang. Die großen Lettern XO – extra old – auf dem Label der Tullamore-Neuschöpfung deuten dies an. Auf der brandneuen Bottling Line der Tullamore Distillery wurde der aromatische Ire in Flaschen gefüllt. Damit die optische Wahrnehmung der zukünftigen Batches die gleiche bleibt, stellte Master Blender Kinsman den Whiskey mit der dafür notwendigen  Zugabe von Zuckerkulör farblich ein.

Wie schmeckt der Tullamore D.E.W. Caribbean Rum Cask?

 

Tullamore D.E.W. Caribbean Rum Cask; ©The Gateway to Distilleries 2018

Die Nase freut sich über kräftige Vanille- und Karamellnoten … auch frische Eindrücke von Zitrusfrüchten. Allerdings, der Tully benötigt viel Zeit, um im Rona-Nosing-Glas sein komplexes Aromaprofil zu entfalten. Sauerstoff öffnet.

Die erste Begegnung auf der Zunge ist angenehm schmeichelnd. In einem harmonischen Gesamteindruck entfaltet sich ein Bündel an tropischen Fruchtaromen. Der süße und exotische Charakter vermischt sich zunächst mit einer Wahrnehmung von Grapefruit, bevor alkoholische Noten erscheinen, die allmählich von kräftigen Karamelltönen überlagert werden.

Der irische Blend ist süß, gleitet cremig, weich und sanft die Zunge hinab. Die tropisch-fruchtigen Düfte begeistern und verbinden sich mit Assoziationen von reifen Bananen und der Frische einer Grapefruit. Dunkle Früchte wie Datteln, Rosinen und dezente Zitruszesten formen einen vollmundigen, dennoch easy drinking neuen Tullamore-Standard. 10 Sekunden »Schwenken« im Mund tun der sensorischen Wahrnehmung sehr gut und verstärken das aromatische Erlebnis. Vielschichtige, wohltuende Geschmäcker blühen auf. Speichel oder Wasser erwirken in der Tat weitere Assoziationen.

Der Tully gewinnt an Format

»The whiskey opens up«, beschreiben Iren das sensorische Phänomen. Der Tully gewinnt an Format. Im Nachklang entfalten sich angenehme und anhaltende würzige, pfeffrige an Ingwer erinnernde Noten, die sich mit Honig verbinden. Der Tullamore D.E.W. Caribbean Rum Cask vermag Rum-Genießer gleichfalls zu überzeugen. Es ist ein aromatischer und geschmacklich überzeugender irischer Blend, der ohne weiteres mit etwas Eis auf der Terrasse in einem dünnwandigen Weißweinglas »mit und ohne Palmen« goutiert werden kann. Der besonderen Qualität steht ein ausgesprochen günstiger Preis gegenüber.

Preis: 21 Euro. Erhältlich im Lebensmitteleinzelhandel ab Januar 2019

Ernie’s Empfehlung: Rona Tasting Glas.

Ernie’s Empfehlung: Riedel-Weißweinglas

 

 

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